„Goldpreis dürfte historischen Rekord angreifen“

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Die stürmische Börsenlage treibt Anleger in den sicheren Hafen Gold. Am Freitag überschritt der Goldpreis am New Yorker Terminmarkt die Marke von 700 US-Dollar pro Unze Gold. Wieso Gold in der Anlegergunst so gut da steht und wie es weiter geht, fragte DAS INVESTMENT.com Martin Siegel, Berater des PEH Q-Goldmines (WKN: 986 366).

DAS INVESTMENT.com: Wie erklären Sie sich den aktuellen Höhenflug des Goldpreises?

Martin Siegel: Das ist kein rein aktuelles Phänomen. Der Goldpreis steigt bereits seit drei bis vier Jahren. Das hat unter anderem mit dem fallenden Außenwert des US-Dollars zu tun. Seit zwei Jahren steigt der Goldpreis auch auf Euro-Basis. Die 700-Dollar-Marke wäre schon früher erreicht worden, wenn die Zentralbank der Schweiz nicht kürzlich 200 Tonnen Gold verkauft hätte. Das ist fast ein Zehntel der weltweiten Jahresproduktion.

DAS INVESTMENT.com: Und wie geht es mit dem Goldpreis weiter?

Siegel: Wenn der Goldpreis wie derzeit einen Ausbruch schafft, kommt es normalerweise zu einem neuen Zwischenhoch. Ich kann mir daher sehr gut vorstellen, dass der Goldpreis noch in diesem Jahr seinen historischen Rekordstand von 850 US-Dollar aus dem Jahr 1980 angreift. Langfristig gesehen beträgt der Goldpreis etwa das Zwanzigfache des Ölpreises. Bei derzeit 70 Dollar pro Barrel Rohöl entspricht das 1.400 Dollar je Unze Feingold. Langfristig dürfte Gold also teurer werden. Denn die Nachfrage nach Gold liegt über dem Angebot.

DAS INVESTMENT.com: Bislang konnten die Aktien von Goldminenbetreibern allerdings kaum davon profitieren. Warum?

Siegel: Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen werden Goldaktien derzeit auch deshalb verkauft, weil sie weniger an Wert verloren haben als Aktien aus anderen Branchen. Dadurch wollen Anleger noch höhere Verluste vermeiden. Außerdem haben die Minenbetreiber derzeit mit stark steigenden Kosten für Energie, Stahl und Personal zu kämpfen.

DAS INVESTMENT.com: Und wie stehen die Chancen der Unternehmen, neue Fördergebiete zu erschließen?

Siegel: Das große Problem für neue Stollen liegt in der langen Vorlaufzeit der Projekte. Eine Untertage-Mine in Südafrika zum Beispiel kann erst zehn Jahre nach dem Beginn der Erschließung betrieben werden. Es gibt zwar neue Abbauregionen in Ländern wie Argentinien oder Tansania. Doch deren Ausbeute übertrifft nicht das Volumen der ausgeschöpften bisherigen Quellen.

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