Indexfonds: „Manche Neuerungen sind eben komplizierter“

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Als das Investmenthaus State Street 1993 den SPDR S&P 500 (WKN:898706) auf den Markt brachte, glaubte Jim Ross nicht, dass Indexfonds einmal eine große Rolle spielen würden. Anfangs ging Ross von einem Weltmarkt für fünf Indexfonds aus. Und lange Zeit sah es auch so aus, als ob diese Annahme stimme. Erst um die Jahrtausendwende stieg die Nachfrage und besonders Profianleger investieren seitdem in Indexfonds.

Heute ist der SPDR S&P 500 der weltgrößte ETF. Insgesamt gibt es mittlerweile mehr als 4000 ETFs, mit einem Gesamtvolumen von rund 1720 Milliarden Dollar. Ross hält dieses große Angebot für richtig. Allerdings befürchtet er, dass einige Produkte zu sehr auf Nischenmärkten ausgerichtet sind.

Die von den Aufsichtsbehörden angeprangerten Risiken der ETFs sieht Ross weniger. „Es gibt keinen Beleg, dass ETFs mehr Risiken für die Stabilität des Finanzsystems bergen als andere Produkte.“ Als Auslöser für den Flash-Crash im Mai 2010 [LINK] sieht er betrügerische Händler.

Es sind eher andere Dinge, die ihm Sorgen bereiten, zum Beispiel „dass ein ETF-Anbieter es nicht schafft, einen Index korrekt abzubilden.“ Ein negatives Beispiel drohe die ganze Branche zu belasten.“

Dass die von der Idee her einfachen Indexfonds immer komplizierter werden, sieht Ross gelassen: „Manche Neuerungen sind eben komplizierter.“ Allerdings fürchtet er, „dass manche Investoren Indexprodukte kaufen, ohne sie zu verstehen.“


Zum vollständigen Interview der Financial Times Deutschland geht es hier.

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