Frankfurter Börse: Zuletzt zeigte der Trend nach oben – bei erheblicher Volatilität. Für 2015 bleiben unabhängige Vermögensverwalter eher zuversichtlich. Foto: Bloomberg

Frankfurter Börse: Zuletzt zeigte der Trend nach oben – bei erheblicher Volatilität. Für 2015 bleiben unabhängige Vermögensverwalter eher zuversichtlich. Foto: Bloomberg

Indizes, Rohstoffe, Regionen und Anlageklassen

Was erwarten Vermögensverwalter vom Jahr 2015?

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Schon vor rund einem Jahr lagen sie fast auf den Punkt genau richtig: Unabhängige Vermögensverwalter hatten für den Dax zum Ende 2014 einen Stand von knapp unter 10.000 Punkten prognostiziert und recht behalten. Auch die anderen Prognosen der von Universal-Investment befragten unabhängigen Vermögensverwalter erwiesen sich als recht treffsicher. Der Servicedienstleister führte auch für 2015 eine Umfrage unter seinen Partnern durch. Demnach erwarten die Experten auch für 2015 weitere Kursanstiege der Leitbörsen und empfehlen Privatanlegern, den Schwerpunkt im Depot auf europäische Aktien zu legen.

Konkret rechnen die befragten Vermögensverwalter im Schnitt bis Ende 2015 mit einem Anstieg des Dax um etwa 8,7 Prozent auf 10.840 Punkte. Die Bandbreite der Prognosen reicht dabei von 9.100 bis zu 12.500 Punkten. Für den EuroStoxx 50 erwarten sie einen Anstieg auf 3.494 Punkte und für den US-amerikanischen Unternehmensindex S&P 500 einen Zuwachs um 85 auf 2.158 Zähler.

Schwaches Plus bei Gold & Silber

Wesentlich zurückhaltender stufen die Investmentprofis die Entwicklung auf dem Rohstoffsektor ein. Sie erwarten einen moderaten Anstieg des Goldpreises auf 1.299 US-Dollar je Unze. Der Preis für eine Unze Silber sollte Ende 2015 bei 18,50 US-Dollar liegen. Beim Rohöl sehen die befragten Experten mit 84 US-Dollar je Barrel ebenfalls 2015 nur einen leichten Anstieg.

Bei den Rahmendaten herrscht Konsens. Die Mehrheit rechnet für 2015 mit einem unverändert niedrigen EZB-Leitzins von 0,05 Prozent. Über 80 Prozent erwarten auch für die kommenden drei Jahre, dass die Zinsen unter 1 Prozent bleiben. Knapp 13 Prozent rechnen für diesen Zeitraum bereits mit einem negativen Zinsniveau, etwa 6 Prozent mit einem Anstieg von 1 bis 2 Prozent. Für die USA rechnen die Experten dagegen mit einer Zinswende und einem Anstieg des dortigen Leitzinses in 2015 auf 0,5 Prozent.


Bei den Länderallokationsempfehlungen der Vermögensverwalter für Privatanleger kommt es im Vergleich zum Vorjahresbild zu deutlichen Veränderungen. Für 2015 empfehlen die Befragten einen Anteil an deutschen Investments von 20 Prozent, 7 Prozent weniger als im Vorjahr. Für das übrige Europa werden 27 Prozent (minus 2 Prozentpunkte) empfohlen. Der gesamte Anteil an europäischen Investments sollte demnach nur noch bei 47 statt 56 Prozent liegen. Im Gegenzug steigen die Empfehlungen für US-amerikanische Anlagen von 17 auf 22 Prozent und für Schwellenländer inklusive China von 17 auf 20 Prozent (siehe Grafiken).



Bei der Asset-Allokation empfehlen die Investmentexperten, weiterhin rund 50 Prozent des Vermögens in Aktien zu halten. Dabei dominieren Aktien aus den Industrienationen mit 38 Prozent. 29 Prozent sollten Anleger im kommenden Jahr in Rentenanlagen investieren, 2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Immobilienanlagen sollten wiederum etwa 11 Prozent des Depots ausmachen, Gold und Edelmetalle unverändert 5 Prozent.

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