Schiffswrack in Australien

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Kein Nachschuss: HCI-Schiff pleite

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Jetzt ist auch ein Fonds des Emissionshauses HCI von einer Schiffspleite betroffen: Die Mar Catania mit einer Kapazität von knapp 1.700 Standardcontainerplätzen war bereits im vergangenen Herbst unter Druck geraten, als der koreanische Charterer C&Lines pleite ging. Nachdem Ende April auch eine Reisecharter für eine einmalige Reise ausgelaufen war, musste der Fonds die Tilgung aussetzen und einen Überbrückungskredit aufnehmen. Eine Anschlussfinanzierung gab es wegen der fehlenden Charter des Schiffes nicht. Statt dessen wurden nach dem Scheitern der Kapitalerhöhung die gestundeten Darlehen fällig, für die der Fonds nicht über ausreichend Liquidität verfügt.

Die übrigen fünf Schiffe des Fonds sind weiter in Fahrt. Auf die Mar Catania entfielen laut HCI rund 21 Prozent des Gesamtvolumens des Shipping Select XV. Abzüglich bereits geleisteter Ausschüttungen müssen Anleger im Worst-Case-Szenario rund 17 Prozent ihrer Fondsbeteiligung abschreiben – abhängig davon, welcher Preis für das Schiff bei Weiterverkauf oder Zwangsversteigerung erzielt werden kann. Auf dem Containerschiff lasten Bankendarlehen in Höhe von insgesamt 9 Millionen Euro. Nach Angaben des Emissionshauses ist aber ein Durchgriff der Kreditinstitute auf die übrigen Schiffe des Fonds nicht möglich, da diese als Einzelgesellschaften geführt werden. Weiterhin drohe derzeit kein weiteres Schiff des Dachfonds in eine ähnliche Situation wie die Mar Catania zu geraten, da deren Zins- und Tilgungszahlungen bis 2011 gesichert seien. Für den Fonds komme 2009 allerdings voraussichtlich keine Ausschüttung zustande. Für ein Fondsschiff, dessen Vercharterung noch in diesem Jahr ausläuft, ist im Anschluss eine Pool-Lösung vorgesehen. HCI berichtet, dass in absehbarer Zeit kein weiteres der Schiffe des Emissionshauses von einer Insolvenz bedroht sei. Von den rund 200 HCI-Containerschiffen seien gegenwärtig 16 ohne Beschäftigung, 10 davon haben keinen Pool.


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