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Konjunkturprognose „Weltwirtschaft wird spätestens 2017 wieder an Fahrt gewinnen“

Michael Kemmer ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken. Foto: Boris Streubel, action press
Michael Kemmer ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken. Foto: Boris Streubel, action press
Die Wirtschaft im Euro-Raum wie in Deutschland werde in diesem und im nächsten Jahr mit rund 1,5 Prozent nur moderat wachsen. Daran werde auch der morgen aller Voraussicht nach weiter aufgehende Geldhahn der Europäischen Zentralbank (EZB) nichts ändern. Im Gegenteil, die privaten Banken in Deutschland glauben, dass weitere expansive Maßnahmen der EZB inzwischen mehr Schaden als Nutzen verursachen.

Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken(BdB), betont: „Wir sehen keinerlei Deflationsgefahren und warnen vor unnötigen Alarmrufen. Die EZB reagiert aus unserer Sicht seit geraumer Zeit viel zu mechanistisch und überzeichnet die Deflationsrisiken.“ Der Bankenverband rät der EZB daher zu einer „Politik der ruhigen Hand“.

Gegenmaßnahmen zu befürchten

Kemmer befürchtet, dass ein weiteres Öffnen der Geldschleusen in zahlreichen Ländern zu Gegenmaßnahmen führe: „Am Ende droht ein Abwertungswettlauf, der keine Gewinner haben wird. Außerdem nehmen die Gefahren für die Finanzstabilität weiterhin zu.“

Neben völlig verzerrten Risikopreisen seien die Erträge der Finanzinstitute schon seit längerem durch die anhaltende Niedrigzinsphase massiv unter Druck. „Die EZB rennt hier sehenden Auges in einen Interessenkonflikt zwischen aktiver Geldpolitik und Bankenaufsicht“, warnt der Chef des Bankenverbandes.

EU vor politischen Schwierigkeiten

Aber auch Europa rutsche immer tiefer in politische Schwierigkeiten. Aktuell stehe die Union vor der dreifachen Herausforderung aus Hunderttausenden von Menschen, die Zuflucht suchen, einem möglichen Brexit und der immer noch schwelenden Staatsschuldenkrise.

Kemmer: „Die Regierungen in Europa müssen dringend zum Konsens zurückfinden, dass europäische Probleme nur gemeinsam gelöst werden können. Das bedeutet aber auch, dass jedes Mitgliedsland seiner wirtschaftlichen und politischen Verantwortung gerecht wird. Solidarität kann nur der einfordern, der auch bereit ist, sein Haus in Ordnung zu halten.“

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