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Legg-Mason-Vertriebsleiter im Interview „Wir sind den Multi-Asset-Trend nicht voll mitgegangen“

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Sehen Sie generell Multi-Asset als maßgeblichen Trend dieser Zeit?

Dahmann: Der Erfolg von Multi-Asset ist gerade im Publikumsfondsbereich unverkennbar. Wir sind den Trend nicht voll mitgegangen. Das hängt auch mit unserer Struktur zusammen. Wir bieten durchaus auch  Multi-Asset-Lösungen an. Sie stehen aber nicht so sehr im Fokus, weil wir uns eher als der Zielfonds-Provider verstehen: Wir erstellen die einzelnen Bausteine. Dafür bieten viele unserer Kunden Multi-Asset-Lösung in verschiedenen Formen an.

Welches ist momentan der wichtigste Trend in Ihrem Haus?

Dahmann: Der große Bereich Alternatives. Die größten Probleme liegen derzeit auf der Fixed-Income-Seite. Es ist nicht so, dass klassische, reine Strategien nicht mehr gefragt wären. Aber es gibt einen enormen Bedarf an Alternativen. Dort haben wir uns besonders stark positioniert, in ganz unterschiedlichen Assetklassen. Unsere Tochtergesellschaften sind auf unterschiedliche Spezialitäten fokussiert. Wir bieten Produkte basierend auf diesen Lösungen an. Zum Beispiel decken wir auch das Thema Immobilien ab. Oder unsere neue Akquisition: ein Unternehmen, das auf liquide Infrastruktur-Investments spezialisiert ist. Ziel von Legg Mason ist, eine möglichst breite Palette an unterschiedlichen Assetklassen anbieten zu können.

Auf welche Kundengruppe legen Sie einen besonders starken Fokus?

Dahmann: Grundsätzlich sehen wir uns als Multi-Channel-Anbieter und betreuen eigentlich die ganze Bandbreite. Vor neun Jahren sind wir in Deutschland angetreten. Im Grunde sind wir in der gesamten Palette, über Institutionelle, Dachfondsmanager, Familiy Offices, Advisory, vertreten. Wir sind bewusst Multi-Channel-Anbieter. Mit unterschiedlichem Gewicht.

Stichwort Robo-Advice: Hegt Legg Mason Pläne, sich auch im digitalen Fondsvertrieb zu positionieren?

Dahmann: Wir glauben, dass Robo-Advisor eine sehr, sehr wichtige Entwicklung ist, die den Markt deutlich verändern wird. Für uns ist wichtig, den Prozess frühzeitig erkannt zu haben und zu begleiten. In unserem Hauptquartier in den USA haben wir dafür mittlerweile Experten eingestellt und uns auch schon an einer kleineren Gesellschaft beteiligt: Vor einigen Monaten haben wir das Unternehmen Financial Guard erworben.

Welche Motivation stand bei Ihnen dahinter, sich an einem Fintech-Unternehmen zu beteiligen?

Dahmann: Wir wollen unsere Kunden auf dem Distributionsweg mit dem entsprechenden Know-how auf der technischen Seite begleiten. Das Unternehmen Financial Guard ist in der Lage, ein sehr umfassendes Paket von Fonds zu analysieren, zu ranken und diese in eine individuelle Asset Allocation zu packen. Zumindest technologisch könnte die Asset Allocation von uns bereitgestellt werden. Das Angebot kann aber auch als bloße Technologieplattform wahrgenommen werden und die Asset Allocation kann ein anderer definieren. Sie können auch das gesamte Vermögen, das ein Kunde ansonsten hat, mit in die  Konstruktion einbeziehen, so dass er eine für ihn passende Analyse mit entsprechenden Lösungsvorschlägen bekommt.

Planen Sie eine ähnliche Entwicklung auch für den europäischen Markt?

Dahmann: Das wird unmittelbar für Deutschland und Europa erst mal nicht so relevant sein. Aber man muss die Dinge mit einer gewissen Perspektive betrachten. Momentan ist das noch nicht 1 zu 1 auf Europa übertragbar, weil die Anlagerichtlinien in Europa und USA zu uneinheitlich sind. Im ersten Schritt werden wir das Thema in den USA vorantreiben.

 

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