Luxusmarken wie der US-Schmuckkonzern Tiffany haben <br>an der Börse Konjunktur. Quelle: Fotolia

Luxusmarken wie der US-Schmuckkonzern Tiffany haben
an der Börse Konjunktur. Quelle: Fotolia

Luxus-Aktien erreichen neue Höhen

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Nur selten geraten Einzelhandels-Aktien in den Fokus der Anleger. Das wäre wohl auch jetzt der Fall, wenn sich der Blick ausschließlich auf bekannte Aktien wie Metro oder Ahold richtete. Dass es auch den meisten Konkurrenten am Sex-Appeal für Investoren fehlt, zeigt etwa der Dow Jones Stoxx 600 Retail Index, der die Kursentwicklung der 25 größten Unternehmen aus dem Einzelhandelssektor in Europa bündelt.

Der Index notiert nach einem wilden Jahr auf dem Niveau von vor zwölf Monaten, wobei manche Aktie regelrecht unter die Räder kam – etwa die britische Home Retail, die in dieser Zeit über 40 Prozent verlor. Besser erging es da schon Hennes & Mauritz, das den Kurs von vor zwölf Monaten halten konnte.

Kurse ziehen nach oben

Für Anleger außer Spesen also nichts gewesen? Keineswegs! Außerhalb des Universums von Wal-Mart und Co. ziehen die Hersteller von Luxus-Konsumgütern ihre Kursbahnen auf den Charts von links unten nach rechts oben.

So hat etwa das Schweizer Unternehmen Richemont in den vergangenen zwölf Monaten nahezu 50 Prozent zugelegt. Der Luxusgüter-Konzern, der sich auf Uhren und Schmuck spezialisiert hat, segelt mit dem kräftigen Rückenwind, den auch die neuen Reichen in den Schwellenländern den Top-Marken der Alten Welt bescheren.

100 Prozent Plus – in einem Jahr!

Noch mehr Schwung hatte Tiffany – der weltweit führende Einzelhändler für Schmuck und Geschenkartikel konnte seinen Kurs in dieser Zeit knapp verdoppeln! Einen ebensolchen Lauf hatte das US-amerikanische Modelabel Abercrombie & Fitch.

Das Unternehmen bedient zwar nicht das Luxussegment, doch der konsequente Fokus auf die gehobenen Ansprüche verschaffte dem Unternehmen erhebliche Umsatz- und Ergebnisanstiege.

Mittel- und Unterklasse weitaus weniger optimistisch

Die Kluft zwischen dem Erfolg der Edelmarken-Händler und jenen, die das untere Preissegment bedienen, basiert auf dem unterschiedlichen Verbrauchervertrauen der Bürger.

So ist der US-amerikanische „Confidence Index“ bei Haushalten mit einem Einkommen über 50.000 Dollar seit der Finanzkrise weitaus kräftiger gestiegen als bei Haushalten mit geringeren Einkünften. Bei den letztgenannten Haushalten bewegt sich der Index noch immer auf dem Niveau vom Sommer 2009.

Food & Beverage läuft bestens


Doch egal ob zuversichtlich oder resigniert: Gegessen oder getrunken wird immer – in der Krise wohl noch mehr als sonst. Das spiegelt sich im Dow Jones Stoxx 600 Food & Beverage wider, in dem wir mit unseren Fonds seit Sommer 2009 mit kurzen Unterbrechungen investiert sind.

Der Subindex hat, anders als viele branchenübergreifende Indizes wie etwa Dax und Dow Jones, bereits 2010 ein neues Allzeithoch ausgebildet und befindet sich weiterhin in einem intakten Aufwärtstrend. Es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, warum sich das demnächst grundlegend ändern sollte.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist derzeit in einigen der besprochenen Wertpapiere investiert.


Zum Autor: Jörg Bohn ist Vorstand und Chefstratege der Vermögensverwaltung Artus Direct Invest AG mit Sitz in Düsseldorf und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

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