MEG Awards 2007: Mehmet Göker überreicht Siegelring und verlangt ewige Treue von seinem Mitarbeiter. Quelle: sternfilm / Ulf Schaumlöffel

MEG Awards 2007: Mehmet Göker überreicht Siegelring und verlangt ewige Treue von seinem Mitarbeiter. Quelle: sternfilm / Ulf Schaumlöffel

Mehmet Göker: Handschellen für den Ex-Meg-Chef

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In Kassel nichts Neues: Auch der jüngste Prozess gegen Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht fand ohne den Angeklagten statt. Der ehemalige Chef und Gründer des mittlerweile bankrotten Versicherungsvermittlers Meg ließ sich durch seinen Anwalt vertreten. Aus gutem Grund. „Es besteht für Mehmet Göker das Risiko, dass er verhaftet wird, wenn er deutschen Boden betritt“, zitiert die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine Zeitung“ (HNA) in ihrer Online-Ausgabe den Richter Klaus Döll.

Laut HNA sollen mehrere Polizisten in Zivil auf den türkischstämmigen Versicherungsvermittler gewartet haben. „Wäre der Ex-Meg-Chef aufgetaucht, hätten wohl die Handschellen geklickt“, meint der HNA-Reporter. Die Staatsanwaltschaft soll einen Haftbefehl gegen Göker erlassen haben, weil er einen Teil seiner 2008 verhängten Geldstrafe von 720.000 Euro noch nicht bezahlt hat.

In dem jüngsten Prozess warf die Staatsanwaltschaft Göker vor, nach der Meg-Pleite 20.500 Euro Provisionen behalten und nicht an den Insolvenzverwalter weitergegeben zu haben. Der Richter stellte das Verfahren jedoch wegen Geringfügigkeit ein. Schließlich soll Göker dem Insolvenzverwalter noch viel mehr vorenthalten haben. Laut HNA wirft die Staatsanwaltschaft dem Ex-Meg-Chef vor, unerlaubt Datensätze mit Namen und Adressen potenzieller Kunden im Wert von einer Million Euro mitgenommen zu haben. Die Anklage soll noch in diesem Jahr erhoben werden.

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