Mission Pflege Wie Versicherer ihre Produkte an die Pflege-Reform anpassen

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Wie ändern sich angesichts dieser Umwälzungen aber nun die Produkte der Versicherer? Wir haben mal nachgefragt. „Unsere Pflegetagegeld-Tarife Pflegetagegeld Best und die geförderten Pflege-Bahr-Tarife werden mit Inkrafttreten der Gesetzesänderung automatisch zum 1. Januar 2017 umgestellt“, heißt es bei der Allianz. Und weiter: „Das bedeutet, der Versicherungsschutz bemisst sich in Zukunft an den neuen fünf Pflegegraden.“

Wegen der höheren Leistungen wird es aber wohl auch zu höheren Beiträgen kommen. Die Allianz hat das für ihr Pflegetagegeld Best (Tarif PZTB03) mal überschlagen: „Die preislichen Auswirkungen im Neugeschäft sind sehr gering. So liegt die Anpassung der Neugeschäftsbeiträge in den Altersgruppen 30 bis 70 bei rund 2,0 bis 4,5 Prozent“, so eine Sprecherin.

Pflegeprodukte werden teurer

Auch die Hallesche rechnet tendenziell mit Beitragserhöhungen ab dem kommenden Jahr: „Die Reform führt in der Summe zu einer höheren Leistung in der Pflegepflichtversicherung. Das liegt unter anderem daran, dass viele Menschen früher als bisher Leistungen erhalten werden. Das geht natürlich nicht beitragsneutral“, sagt Wiltrud Pekarek, Mitglied des Vorstands der Halleschen.

Komplett neue Produkte will der Versicherer nicht anbieten. Alle Pflegetarife, deren Leistungen sich an der Einstufung in der Pflegepflichtversicherung ableiten, werden aber angepasst. Dabei werde man darauf achten, „dass die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade für die Menschen nicht zu erheblichen Beitragserhöhungen führt“.

Schutz wächst mit

Die Ergo-Tochter DKV hat 2015 im Hinblick auf die Änderungen durch das zweite Pflegestärkungsgesetz einen neuen Tarif auf den Markt gebracht, der mit dem gesetzlichen Schutz sozusagen mitwächst. „Der Pflege-Verdoppler PZU100 verdoppelt die Leistungen der Pflegepflichtversicherung und passt sich so automatisch an die jetzige und an alle künftigen Pflegereformen an“, sagt Ergo-Mann Röttgen.

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