Musterdepot-Kommentar vom 7. Mai 2015

Von den Aktienbörsen kommt Gegenwind

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Nein, es ist müßig, an dieser Stelle über die wohl berühmteste aller Börsenregeln zu philosophieren. Wer zum Thema „Sell in May“ auf den neuesten Stand kommen möchte, findet dazu im Netz ausreichend Gelegenheit – etwa auf Handelsblatt Online oder ARD Boerse.de.

Die Gründe, warum der Dax von seinem im April markierten Allzeithoch mehr als 1.000 Punkte eingebüßt hat und auch viele andere Weltbörsen schwächeln, liegen auf der Hand. Zum einen ist nach einem mehr als 30-prozentigen Kursanstieg in gerade einmal drei Monaten eine Konsolidierung überfällig, um Überhitzungserscheinungen zu verhindern. Zum anderen haben sich zwei der gerade für den Dax immer wieder als relevant genannten Kurstreiber in den vergangenen Wochen etwas relativiert: Der Ölpreis kletterte seit Jahresbeginn von 46 US-Dollar auf mittlerweile über 60 Dollar, der zuvor extrem schwache Euro von 1,05 auf 1,13 Dollar. Letzteres unter anderem eine Folge der konjunkturellen Entwicklung in den USA: Viele Firmen enttäuschten mit ihren Quartalsergebnissen, eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank erscheint plötzlich nicht mehr als ausgemachte Sache.

Trotz des jüngsten Gegenwinds halten sich die Verluste in den Musterdepots in engen Grenzen. Das Trend-Depot verlor in den vergangenen 14 Tagen 3,0 Prozent an Wert, das Best-of-Two-Depot 1,7 Prozent und das Turnaround-Depot 0,9 Prozent. Im Trend-Depot blieb keine Position vor Rückschlägen verschont, am stärksten erwischte es mit einem Minus von 11,2 Prozent den Aberdeen Indian Equity. Unter dem schwächeren Dollar litten zudem insbesondere der 3 Banken Value-Aktienstrategie, der Allianz Renminbi Currency USD und der DWS US Dollar Reserve, während der prominent in US-Energietitel investierte 4-Q-Smart-Power vergleichsweise stabil blieb.

Im Turnaround-Depot gegen den Trend zulegen konnten der Main First EM Corporate Bond Balanced und der Perpro-Universal. Letzterer profitiert davon, dass dessen Manager Bernd Früh und Wilfried Wendt bereits seit längerem auf steigende Zinsen bei langlaufenden Staatsanleihen setzen. In den vergangenen Wochen behielten sie Recht: Die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen kletterte seit Anfang April von 0,58 auf 1,23 Prozent, Papiere mit zehnjähriger Laufzeit verbesserten sich von 0,19 auf 0,64 Prozent. Auch wenn dieser Trend noch zu schwach ist, um mit Fonds wie dem Lyxor ETF Double Short Bund oder dem Warburg-Bund Trend Active Short mit größeren Beträgen darauf zu wetten – Anleger sollten ihn im Auge behalten.

Weitere Gewinnmitnahmen (siehe Kommentar vom 23. April 2015) stehen im aktuellen Umfeld nicht auf der Agenda, größere Käufe indes auch nicht. Einzige Aktion in den Depots bleibt deshalb die Ausführung der monatlichen 200-Euro-Sparpläne in die Rohstoff- und Goldminenfonds Blackrock World Energy, Earth Gold Fund UI, Falcon Gold Equity und First State Global Resources. Zumindest zwei der vier Sparpläne ruhen aber nach dieser Aktion bis auf weiteres: Mit ihrem Depotanteil von 10,0 beziehungsweise 8,6 Prozent haben die Gold-Fonds mittlerweile eine Obergrenze erreicht, die nur durch die über kurz oder lang erwarteten Kursgewinne überschritten werden sollte.

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