Nach zweieinhalb Jahren Untersuchungshaft

Prozess gegen S&K-Gründer beginnt im September

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Die Gründer der Frankfurter Immobiliengruppe S&K, Stephan Schäfer und Jonas Köller müssen sich ab dem 24. September vor Gericht verantworten. Die Strafkammer des Landgerichts Frankfurt hat die Anklage teilweise zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet, schreibt das Handelsblatt. Die Staatsanwaltschaft wirft den S&K-Gründern unter anderem schweren banden- und gewerbsmäßigen Betrug sowie Untreue vor. Auf der Anklagebank sitzen noch vier weitere Personen, ein leitender Angestellter der Unternehmensgruppe sowie drei weitere Unternehmer. Die Anklageschrift umfasst insgesamt 3.150 Seiten. Schäfer und Köller, die seit zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft sitzen, sollen laut Anklage „Schrottimmobilien“ gekauft und zu überhöhten Preisen weiterverkauft haben. Die neuen Besitzer sollen die Immobilien dann über Bankkredite bezahlt haben, die sie nicht bedienen konnten.

Die Angeklagten bauten dieses Modell schließlich aus, indem sie zusätzlich Fonds gründeten. Hierzu holten sie Hauke Bruhn und Thomas Gloy von United Investors ins Team. Über den Vertrieb des Emissionshauses warben die S&K-Gründer neue Anleger und nutzen die angeworbenen Gelder als Darlehen für ihre Immobiliengeschäfte. Insgesamt legten die S&K-Gründer fünf Fonds mit United Investors auf. Über 6.200 Anleger griffen zu und steckten etwa 140 Millionen Euro in die Fonds.

Gelder aus Schneeballsystem für aufwändigen Lebensstil Die Teilausschüttungen von insgesamt etwa 20 Millionen Euro finanzierten sie dann wieder aus neu eingeworbenen Anlegergeldern. Um diese Zahlungen weiter gewährleisten zu können, kauften sie zudem fremde Fondsgesellschaften und nutzen das dort bereits eingesammelte Fondsvermögen. Hier drunter unter anderem Fonds der MIDAS-Gruppe, der DCM-Gruppe und der SHB-Gruppe.

Neben dem Fondsgeschäft weiteten die S&K-Gründer ihre Aktivitäten auch auf den Versicherungsbereich aus. Sie brachten laut Anklage Lebensversicherungskunden dazu ihre Versicherung zu kündigen und den Rückzahlungserlös bei ihnen anzulegen. Hierzu gründeten sie unter anderem zwei Aktiengesellschaften. Über Darlehen flossen so weitere 25 Millionen Euro von 1.305 Anlegern schlussendlich in die S&K-Gruppe.

Die gesamten Gelder nutzten die S&K-Unternehmer laut Anklageschrift „zum größten Teil für ihren aufwändigen Lebensstil und zur Aufrechterhaltung des von ihnen etablierten Schneeballsystems sowie für Werbemaßnahmen, Vertrieb und sonstige Betriebskosten“. Die Anklage geht insgesamt von einem Vermögensschaden von etwa 240 Millionen Euro aus.


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