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Rentner brauchen Aktien

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Theoretisch feiert ein großer Teil der heute 65jährigen auch den 80sten Geburtstag, nach 2000  geborene Kinder werden mit großer Wahrscheinlichkeit sogar mehr als 100 Jahre alt. Das geht aus den Sterbetafeln der Versicherer, den Daten der Statistiker und der allgemeinen Beobachtung des eigenen Umfeldes hervor.

Landauf ,landab klagen deshalb Politiker und Kassenvertreter über die steigenden Kosten für die ältere Bevölkerung, denen sinkende Einnahmen wegen fehlender junger Leute entgegenstehen. Und es stimmt ja: Gesundheit und Pflege kosten mehr Geld, die staatliche Rente muss länger gezahlt werden. Die Konsequenz daraus ist ganz natürlich: Leistungen werden gestrichen, Renten gekürzt.

Nicht nur auf Staatspapiere setzen

Dazu kommen die eigenen Ausgaben der zukünftigen Rentner: Mobilität, vielleicht auch der altengerechte Umbau des eigenen Zuhauses, kosten zusätzlich. Die althergebrachte Aussage vieler Bankberater, dass man im Alter zwar weniger Geld bekomme, aber auch weniger brauche, stimmt nicht. Die richtige Konsequenz hieraus ist, dass die Menschen seit Jahren immer mehr selbst vorsorgen. Noch nicht genug, aber immerhin.

Das Schlimme aber ist, dass viele Menschen sich bei ihrer Eigenvorsorge genauso verhalten wie der Staat oder die Versicherer: Sie legen das Geld aufs Sparbuch, Mutige nutzen Bundesschatzbriefe, Verwegene kaufen Anleihen. All dies sind aber letztlich die gleichen Werte, wie sie auch in der staatlichen Rente oder der eigenen Lebensversicherung in großem Maß enthalten sind. Hier legt der Anleger also klassisch alle Eier in einen Korb. Denn wenn Staaten Pleite gehen oder das Geld entwertet wird, sind diese Anlagen alle auf der Verliererseite zu finden.

Rentner in Aktien


Dabei spricht doch gerade die eingangs erwähnte Langlebigkeit eigentlich für eine andere Anlageform: Aktien. Produktivkapital also. Galt nicht immer: Wer mehr als 10 Jahre Zeit hat, kann in Aktien investieren? Als die durchschnittliche Lebenserwartung bei 75 Jahren lag, war es also durchaus sinnvoll, mit Renteneintritt im Alter von 65 Jahren nur noch sicher anzulegen und eventuelle Aktienbestände auch mal in Anleihen umzuschichten.

Das gilt nicht mehr. Wer heute mit 65 oder 67 in Rente geht, hat durchschnittlich mehr als 10, oft 20 oder 30 Jahre Zeit für seine Anlage. Da lassen sich Schwankungen an den Aktienmärkten schon mal aussitzen. Wichtig ist, dass nicht das gesamte Kapital in vom Staat abhängigen Papieren oder Ansprüchen liegt. Sinnvoll ist es also, wenn Rentner in Aktien investieren, von den besseren Renditechancen profitieren und sich so die Altersvorsorge sanieren. Nicht blind, sondern gezielt, gestreut und nur zur Not auch mal gesichert.
Zum Autor: Uwe Zimmer ist Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters Meridio AG und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

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