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Studie wirft diversen Anlegerschützern Eigennutz vor

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Werner Siepe ist in der Branche kein Unbekannter: Er hat bereits mehrere kritische Gutachten zu Tüv-Gütesiegeln zu Finanzprodukten und Beratungsqualität, unter anderem für geschlossene Fonds erstellt und damit für einiges an medialem Wirbel gesorgt. Sein neuestes Gutachten, im Auftrag der Vers GmbH beleuchtet eine andere Ecke der Finanzdienstleistungsbranche: den Anlegerschutz.

Credo der Studie „Anlegerschützer zwischen Dichtung und Wahrheit“: Neben Verbraucherzentralen und der Stiftung Warentest gibt es auch eine ganze Reihe fragwürdige Marktteilnehmer, die unter dem Deckmantel des Anleger- und Verbraucherschutzes in erster Linie eigene Profitinteressen verfolgen.

„Pseudo-Anlegerschutz-Verbände empfehlen dubiose Finanzprodukte und –vertriebe, Finanzwarndienste verfolgen auch eigene geschäftliche Interessen und einige mit Anlegerschutzvereinen kooperierende Anlegerschutzanwälte stellen ihre Gebühreninteressen nicht selten über die Interessen der geschädigten Anleger“, so Siepe in einem Fazit seiner Studie.

Konkret mit Vorwürfen benennt der Autor unter anderem den Bund der Verbraucher (BDV), den Bund der Sparer (BDS) sowie den Research-Dienst „Direkter Anlegerschutz“ und den Finanznachrichtendienst „GoMoPa“.
So sei beispielsweise das Anlegerschutz-Transparenz-Rating des Direkten Anlegerschutz von geschlossenen Fonds zum Zwecke des Anlegerschutzes nicht geeignet und die ebenfalls angebotene wirtschaftliche Vor-Prospekt-Untersuchung umstritten, da Interessenkonflikte zwischen Unternehmensberatung und Anlegerschutz kaum vermeidbar seien. Der Herausgeber des Direkten Anlegerschutz, Heinz Gerlach, kündigte wegen vorsätzlich ruf- und geschäftsschädigender Falschdarstellung rechtliche Schritte an.

Die 66-seitige Studie enthält einen 21-seitigen Anhang zum aktuellen Diskussionsentwurf des Finanzministeriums zur Regulierung des „grauen Kapitalmarkts“ und kann kostenlos auf der Webseite der Vers GmbH heruntergeladen werden.

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