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Studie zu Versicherungen-Fintechs „Bei Insurtechs trennt sich die Spreu vom Weizen“

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Dr. Nikolai Dördrechter, Policen Direkt

Mehr Hoffnung auf nachhaltigen Erfolg machen die Experten jenen Start-ups, die den Betrieb digitalisieren. „Dort finden sich viele attraktive Chancen“, sagt Kottmann und verweist auf Technologien, die den Vertrieb unterstützen – das so genannte „Digital Sales Enabling“, die Schadensabwickung erleichtern – das so genannte „Claims Management“ oder versicherungstechnische Kernprozesse optimieren – das so genannte „Underwriting“.

Während zwei Drittel des weltweiten Prämienpotenzials in den USA und Westeuropa schlummern, finden die Insurtechs nach der Analyse erst selten den Weg über Landesgrenzen. „Viele InsurTechs sind noch reine Länderspieler. Die Aktivitäten beginnen sinnvollerweise dort, wo die Gründer die lokalen Gegebenheiten und die Regulierung kennen, um sich nicht zu verzetteln“, sagt Dördrechter. „Der Versicherungsmarkt ist zudem so groß, dass ein Insurtech auch in einer Nische zu einem Erfolg werden kann.“

Im Versicherungsbetrieb wäre viel zu holen

Als möglichen neuen Konkurrenten um deutsche Versicherungskunden benennt die globale Studie „InsurTech caught on the Radar – Hype or the next Frontier?“, für die mehr als 1.000 Start-ups aus Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum untersucht wurden, Zhong An, einen 2013 gestarteten Online-Versicherer aus Shanghai mit mehr als 450 Millionen Kunden. An einem einzigen Tag im November 2016 verkaufte der Low-Cost-Anbieter 210 Millionen Policen – mehr als mancher Traditionsversicherer in einem Jahrzehnt.

Neue Mitbewerber aus Fernost zu erwarten

Bestens ausgestattet mit umgerechnet 930 Millionen Dollar Investorengeld ist das Insurtech bereit zum Sprung von China in den Weltmarkt: „Es ist eine reine Frage der Zeit, bis Unternehmen wie Zhong An die europäischen Märkte bearbeiten“, sagt Kottmann, Insurance-Partner bei Oliver Wyman. Mächtige Investoren von Ping An über Alibaba bis hin zu Tencent stehen hinter Zhong An, der Börsengang ist bereits geplant.

Zudem kopiert Zhong An die erfolgreiche Strategie von Amazon: Wie Amazon Web Services weltweit führende Cloud-Lösungen anbietet, vermarktet Zhong An Technologies spezifische digitale Versicherungslösungen. Ein Geschäftsmodell, das sich einfacher internationalisieren lässt als der Versicherungsvertrieb. „Häufig treiben Investoren die Internationalisierung“, sagt Kottmann.

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