Hans-Peter Schupp, Manager des Fidecum Contrarian <br> Value Euroland

Hans-Peter Schupp, Manager des Fidecum Contrarian
Value Euroland

„Viele Verlierer-Aktien aus 2011 haben noch Potenzial“

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DAS INVESTMENT.com: Im zweiten Halbjahr 2011 hat Ihre Strategie des Contrarian Value nicht sonderlich gut funktioniert. Was waren die größten Verlustbringer in diesem Zeitraum?

Hans-Peter Schupp:
Zu erwarten gewesen wären Finanzwerte, weil wir in diesem Sektor relativ stark vertreten sind – wenn auch nicht bei Investmentbanken, sondern ganz überwiegend bei Versicherern und bei Crédit Agricole und der Aareal Bank. Tatsächlich am stärksten verloren haben aber Zykliker. Die Aktie von Air France beispielsweise hat sich zwischenzeitlich gedrittelt.

DAS INVESTMENT.com: Und welche Werte sorgen dafür, dass es seit Januar umso besser läuft?

Schupp: Im Wesentlichen die Verlustbringer des vergangenen Jahres, bei denen wir im Herbst konsequent zugekauft haben. Dadurch hat sich unsere im Sommer noch eher defensive Ausrichtung Stück für Stück in Richtung Offensive verschoben. Hinzu kommen einige Sondereffekte, etwa durch das jüngste Abfindungsangebot von Benetton.

DAS INVESTMENT.
com: Und wie agieren Sie aktuell angesichts der deutlich höheren Kurse?

Schupp: Es gehört zu den Prinzipien unserer Strategie, starke Outperformer tendenziell zu reduzieren. Das haben wir bei Benetton getan, auch bei einigen anderen sehr gut gelaufenen Aktien wie Dassault Aviation. Die dort frei werdenden Mittel haben wir neu in eher zurückgebliebene Werte investiert. Viele Verlierer aus 2011 haben ihr Aufholpotenzial bei weitem noch nicht erschöpft.

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DAS INVESTMENT.
com: Ihr Kommentar zur aktuellen Schuldenkrise?

Schupp:
Europa hat kein Problem mit zu hohen Schulden, sondern nur mit der Schuldenverteilung – und starke Staaten, schwache Staaten und private Gläubiger ringen derzeit miteinander, wer was übernimmt. Wer sich dabei zu früh festlegt, schwächt seine Position. Deshalb gibt es kein klares Bild, was die Märkte natürlich irritiert. Ich bin aber sicher, dass es am Ende eine vertretbare Lösung gibt.

DAS INVESTMENT.com: Trotz der hohen Verluste hatten Sie per Saldo kaum Abflüsse. Wie haben Sie die Anleger bei der Stange gehalten?

Schupp:
Wir haben den Fonds stets über seinen Ansatz vermarktet, nicht über Performance. Das hat sich bezahlt gemacht. Es sind zwar einige Anleger ausgestiegen, aber dafür konnten wir andere hinzugewinnen, die die günstige Einstiegschance gesehen haben.

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