Von Asiens Kauflust profitieren

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Urbanisierung schafft Kaufkraft

Im Vergleich zu vielen Industriestaaten ist der Anteil der Stadtbevölkerung im aufstrebenden Asien noch relativ gering. „Urbanisierung schafft mehr Arbeitsplätze und höhere Haushaltseinkommen, die zu steigenden Ausgaben führen sollten”, erklärt Nayegandhi. Der Fondsmanager investiert in Unternehmen, deren Erfolg an der Kauflust der Asiaten hängt. Dazu zählt der Basiskonsumgüter-Sektor – neben Tabak auch Nahrungsmittel- und Getränkeproduzenten und ebenso Hersteller zyklischer Konsumgüter wie Mode, Autos, Medien oder Hotelketten. In der Gesundheitsindustrie sind zurzeit rund 5 Prozent des Fondsvolumens investiert. „Mit zunehmendem Wohlstand sind die Menschen auch bereit, Geld für ihre Gesundheit und eine bessere medizinische Versorgung auszugeben“, so Nayegandhi.

Analysten sitzen vor Ort


Mindestens 80 bis 90 Prozent des Fondsvermögens fließen in Gesellschaften, die ihren Sitz in den aufstrebenden asiatischen Staaten haben und dort auch ihr Geld verdienen. Hinzu kommen können Firmen von außerhalb Asiens, die aber dort den Großteil ihrer Umsätze generieren, oder Unternehmen, die zwar außerhalb Asiens ihr Geld verdienen, aber dort ansässig sind. Nayegandhi folgt einem Bottom-up-Investmentansatz, den UBS seit 25 Jahren pflegt. Denn auch bei einer so starken Story wie dem asiatischen Konsumwachstum hält er Stockpicking für den Schlüssel zum Anlageerfolg.

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Er investiert in 30 bis 60 Qualitätsunternehmen mit guten Fundamentaldaten und nachhaltigem Wachstumspotenzial – die attraktiv bewertet sind, ihren Börsenwert also unter dem von den Analysten geschätzten inneren Unternehmenswert haben. Viele große westliche Markenanbieter versuchen längst, den asiatischen Markt zu erobern, vor allem den chinesischen. Sie treffen dort jedoch zunehmend auf heimische Konkurrenz. „Asiens Konsumenten sind stärker auf lokale Marken fixiert als auf westliche, wie viele denken“, weiß Nayegandhi.

Daher hält er es für wichtig, dass die Analysten vor Ort sitzen und die Märkte aus eigener Erfahrung kennen. Die 20 Experten aus dem Asien-ex-Japan-Team von UBS sind in Singapur und Hongkong angesiedelt – auf ihre Expertise kann auch Nayegandhi zurückgreifen. Politische Entwicklungen werden ebenfalls beobachtet, denn sie können gerade in aufstrebenden, politisch und wirtschaftlich noch instabilen Ländern sehr entscheidend für einzelne Anlagethemen sein.

Am stärksten ist Nayegandhi mit 23 Prozent zurzeit in Südkorea investiert. Im Vergleich zur Benchmark ist der Markt jedoch deutlich untergewichtet. Indien hat er hingegen deutlich übergewichtet. Asiens Konsum steht beim 2000 aufgelegten Fonds erst seit Juli 2009 im Vordergrund. Zuvor hatte er den asiatischen Technologiesektor im Fokus. Die ersten drei Jahre seit dem Strategiewechsel haben Anlegern das Portemonnaie für die eigene Shopping-Tour gut gefüllt. Auf Euro-Basis hat der in US-Dollar notierte Fonds mehr als 62 Prozent zugelegt. 

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