Währungsprognose

Big-Mac-Index prophezeit Aufschwung des Australien-Dollars

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Die Währung ist rund 30 Prozent unterbewertet – basierend auf dem Preis für den Big Mac von McDonald’s in Australien, verglichen mit den Kosten für dasselbe Produkt in den USA. Das letzte Mal lag das vom Economist entwickelte Barometer 2009 auf einem solchen Niveau. Und der Australien- Dollar setzte in jenem Jahr zu einer Rally von 28 Prozent an.

Ein anderer Index zum Vergleich der Kaufkraft von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommt hingegen zu dem Schluss, dass die australische Landeswährung etwa ein Prozent überbewertet ist – verglichen mit einer Überbewertung von rund 17 Prozent vor einem Jahr.

Drei Jahre Talfahrt


Hinter der dreijährigen Talfahrt der Währung steht vor allem die wirtschaftliche Verlangsamung in China, welche die Preise für australische Rohstoffe in den Keller gedrückt hatte. Doch damit ist es nun vorbei, zeigt eine Umfrage von Bloomberg unter Volkswirten. Sie gehen davon aus, dass das Wachstum an Fahrt gewinnen und der Preis für Eisenerz, dem wichtigsten Exportgut des Landes, anziehen wird.

„Es ist eine mutige Prognose angesichts von China und den Rohstoffpreisen. Doch diese Art von Analyse sagt letztlich aus, dass es – auf lange Sicht – wahrscheinlich gut ausschaut", sagt Roger Bridges, weltweiter Chefstratege für Zinsen und Devisen in Sydney bei Nikko Asset Management Australia. „Man sollte nur mit keiner Bewegung rechnen, die einem eine sofortige Befriedigung gibt. Es wird ein Weilchen dauern."

Bridges zufolge hatte sein Unternehmen in der Vergangenheit gegen die Währung gewettet. Doch diese Position werde jetzt zurückgebaut. Goldman Sachs Asset Management gab die Wette auf einen fallenden Australien-Dollar sogar ganz auf, wie der Finanzkonzern in einem Papier vom 15. Januar erklärte.
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Kaufkraft

Der Economist hatte den Big-Mac-Index im Jahr 1986 entwickelt – als Gradmesser dafür, ob sich Devisen auf ihrem „korrekten" Niveau befinden. Das geht aus Ausführungen auf der Webseite des Wirtschaftsmagazins hervor. Das Barometer basiert auf der Annahme von Kaufkraftparität – also der Idee, dass sich Wechselkurse in eine Richtung bewegen sollten, welche die Preise für identische Güter in zwei verschiedenen Ländern ungefähr auf dasselbe Niveau führen.

Am 15. Januar dieses Jahres war der Australien-Dollar zeitweise auf 68,27 US-Cent gefallen. So gering bewertet wurde er schon seit 2009 nicht mehr. Zuletzt kostete er 69,45 Cent.

China

China hat viele Investoren in diesem Monat mit einer Abwertung des Yuan überrascht. Das befeuerte Sorgen, die Wirtschaft der Volksrepublik verliere an Schwung. China ist der wichtigste Handelspartner von Australien.

In Australien wird sich das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 2,6 Prozent beschleunigen – nach 2,3 Prozent im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Umfrage von Bloomberg hervor. Der Preis für Eisenerz dürfte auf 46 Dollar je Tonne steigen, nach zuletzt rund 40 Dollar je Tonne. Eine separate Umfrage sieht den Australien-Dollar Ende 2016 bei 69 Cent je Dollar.

„Ich bin nicht allzu negativ eingestellt", sagt Ali Jalai, Anleihe-Händler bei Bank of Nova Scotia in Singapur. „Mir scheint es so, als würde sich der Australien-Dollar stabilisieren." Er selbst erwartet, dass die Währung dieses Jahr bei 70 US-Cent bis 72 Cent beenden wird.

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