Weltneuheit: Stockholms Obdachlose nehmen Kreditkarten

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Auch im “Abba The Museum”, wo Ulvaeus ein Co-Investor ist, werden nur noch Kreditkarten akzeptiert. Der schwedische Musiker, der den Text für den Song “Money, Money, Money” schrieb, lebte ein Jahr lang selbst bargeldlos. Umstände habe ihm das nur an einer Stelle bereitet, nämlich wenn “man eine Münze braucht, um den Einkaufswagen im Supermarkt auszuleihen”.

Schweden bildet damit einen starken Gegensatz zu Deutschland. In der Bundesrepublik ist es selbst bei einigen der größten internationalen Einzelhändler wie Ikea und Saturn von Metro nicht ungewöhnlich, wenn weder Visa noch Mastercard angenommen werden. Im schwedischen Einzelhandel werden dagegen nur 30 Prozent der Geschäfte mit Bargeld abgewickelt, berichtet der heimische Handelsverband.

SEB, Swedbank und Nordea Bank reagieren bereits auf die Entwicklung hin zum digitalen Zahlungsverkehr. Die drei Banken, die zu den vier größten Kreditinstituten des Landes zählen, haben in 65 Prozent bis 75 Prozent ihrer lokalen Filialen die Bargeld-Dienstleistungen eingestellt, da die Schweden lieber per Kreditkarte, Internet oder Handy bezahlen. Nur Svenska Handelsbanken bietet noch immer Bargeldabwicklungen in allen schwedischen Filialen an.

Die Popularität von Kartenzahlungen in Schweden spiegelt sowohl die Leidenschaft für Technologie unter den schwedischen Konsumenten als auch das Vertrauen in das Finanzsystem wider, sagt Bengt Nilervall, Leiter für Zahlungsverkehr beim Schwedischen Handelsverband.

"Situation Stockholm" hatte sich zu anfangs noch Sorgen gemacht, ob die Schweden überhaupt ihre Karte auf offener Straße zücken würden.

“Das war eines der Dinge, die uns beschäftigt haben - wie sicher sich die Leute mit iZettle und dieser Maschine fühlen würden - aber sie machen es”, sagt Chefin Stolt. “Jetzt können wir sogar Menschen erreichen, die niemals Bargeld mitnehmen.”

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