Wendemanöver in der Krise – AmpegaGerling mit gutem Timing

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Wer hätte das gedacht? Eben waren sie noch in Ungnade gefallen. Doch zwei Aktionen der Europäischen Zentralbank (EZB) reichen, um für Anleihen von Banken eine kräftige Rally zu zünden. Die Erkenntnis: Dem Kreditwesen geht es schlecht, also Geldhahn auf. Das Resultat: Europäische Banken liehen sich zum Spottpreis von einem Prozent Zinsen für drei Jahre insgesamt eine Billion Euro.

Und wie es nach einem ordentlichen Schluck aus der Pulle so ist, war danach alles deutlich entspannter. Anleihe-Investoren sahen in der EZB-Geste eine Art Patronatserklärung für alle Banken – und hielten damit deren Schuldscheine für deutlich weniger gefährlich als noch ein paar Tage zuvor. Kurse, die in Spätsommer und Herbst unter die Räder gekommen waren, zogen plötzlich wieder an. Hinzu kam, dass manche Banken mit dem geliehenen Geld eigene Anleihen zurückkauften. Auch das stützte die Kurse.

Mit diesen flotten Kehrtwendungen ließ sich als gewitzter Fondsmanager eine deutliche Outperformance erzielen. Wenn man zu Beginn nur wenig Bankanleihen besaß oder sie gesichert hatte, und in der Krise beherzt zugriff.

Der Chart des Kapitalfonds Prozins (WKN: 848107) von AmpegaGerling zeigt genau, welches Bild dann entstehen würde. Im entscheidenden Augenblick im August löst er sich von den wegbrechenden Bankanleihen (Corporate Financials) und bleibt verhältnismäßig stabil. Als sich die Financials erholen, zieht der Fonds wiederum mit. Macht unterm Strich ein Plus von 8,67 Prozent in einem Jahr (Stand: 4. Mai 2012). Das ist ein Mehrgewinn von fast 3 Prozentpunkten gegenüber dem Bankanleihenindex – für Anleihen ist das eine ganze Menge.



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Jetzt hat Fondsmanager Marcus Prella auf den Kursanstieg reagiert und Positionen in Financials zwar nicht verkauft, aber doch mit Kreditderivaten gesichert. Die ungesicherte Quote sank von 34 auf nunmehr 24 Prozent.

Schon lange Zeit vorsichtig ist er dagegen beim Thema Schuldenkrise. Anleihen in den krisengeschüttelten Euroländern Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien (PIIGS) fasst er nicht an. Staatsanleihen von Ländern mit Spitzen-Rating, zum Beispiel Deutschland und Finnland, sind  im Moment mit 7 Prozent aus zwei Grunden im Fonds beigemischt: Sie dienen zum einen als Parkplatz für Barmittel und zum anderen als Sicherheit für die Kreditderivate.

Um den Fonds zu steuern, führt AmpegaGerling mehr als 600 Anleiheschuldner in seiner Datenbank. Auf dieser Basis betrachten die AmpegaGerling-Analysten Bilanzkennzahlen, Qualität der Unternehmen und andere finanzmathematische Eigenschaften der Anleihen. Am Ende besteht das Portfolio aus etwa 150 Einzelpositionen. Die laufende Rendite beträgt aktuell 3,09 Prozent, der durchschnittliche Kupon liegt bei 4,52% bei einer durchschnittlich gewichteten mittleren Kapitalbindungsdauer (Duration) von rund 4,5 Jahren.

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