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Yuan-Abwertung Bundesanleihen auf Rekordtief

„Die Märkte haben eine 180 Grad-Kehrwende vollzogen“, sagte Daniel Lenz, Marktstratege bei der DZ Bank  in Frankfurt. „Anfangs der Woche führten die Fed und Erwartungen einer Leitzinserhöhung zu steigenden Renditen, nun haben die Sorgen über China eine Gegenbewegung ausgelöst. Die Nachfrage nach der zehnjährigen Bundesanleihe könnte höher sein als angenommen“, sagte Lenz weiter.

Deutschland platzierte im Tagesverlauf eine zehnjährige Anleihe über vier Milliarden. Euro bei durchschnittlich 0,61 Prozent. Bei der letzten Auktion am 15. Juli erfolgte die Zuteilung bei 0,88 Prozent. Die Marktpflegequote lag bei 18,8 Prozent gegenüber 18,3 Prozent am 15. Juli, wie die Bundesbank mitteilte.

Bei deutschen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sank die Rendite um einen Basispunkt auf 0,62 Prozent. Der Bund-Future legte drei Basispunkte zu auf 154,97 Prozent. Die Rendite zweijähriger Bundesanleihen sank um einen Basispunkt auf minus 0,29 Prozent - ein Rekordtief seit Beginn der Datenerfassung durch Bloomberg 1990.

In den USA rentierten Treasuries mit Fälligkeit in zehn Jahren drei Basispunkte niedriger bei 2,11 Prozent, bei zweijährigen Papieren sank die Rendite zwei Basispunkte auf zuletzt 0,66 Prozent.

In den USA steht überdies die Auktion zehnjähriger Staatsanleihen über 24 Milliarden Dollar an, und am Donnerstag folgt die Auktion 30-jähriger Treasuries im Umfang von 16 Milliarden Dollar. Daniela Russell, Strategin bei Credit Suisse Group in London sieht darin eine Ursache für den Rückgang der Kursgewinne gegenüber dem ausgeprägten Kaufinteresse in der ersten Tageshälfte: „Es ist wichtig, zu beachten, dass das Angebot vor allem in den USA in dieser Woche besonders ausgeprägt ist“, sagte Russell.

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