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China und Deutschland Yuan-Abwertung lässt den Dax 2,7 Prozent korrigieren

Exporttitel wie Rohstoffförderer, Autohersteller, Luxusgüterkonzerne und Nahrungsmittelunternehmen wurden von der umfassenden Abwertung der chinesischen Landeswährung nach einer Intervention der dortigen Notenbank gedrückt. „Für die Unternehmen wird es schwieriger, ihre Waren in China zu verkaufen“, stellte Stratege Francois Savary von Reyl & Cie. in Genf fest. Die Investoren müssten nun vermehrt Währungsschwankungen in ihre Anlagemodelle einarbeiten.

Zudem enttäuschte ein deutsches Stimmungsbarometer, der im August bereits den fünften Monat in Folge schwächere ZEW-Index.

Der EuroStoxx 50 schloss bei 3605,28 Punkten 1,9 Prozent niedriger, und der Stoxx 600 sank um 1,6 Prozent auf 393,61 Punkte. Der überdurchschnittlich mit exportorientierten Titeln besetzte Dax verlor 2,7 Prozent auf 11.293,65 Punkte. Der Schweizer SMI war bei 9424,41 Zählern 0,9 Prozent schwächer. Die Einigung mit den griechischen Gläubigerinstitutionen wurde nur vom Athener ASE-Index gefeiert, der gegen den Europatrend um bis zu 2,6 Prozent anstieg.

Unter den stärksten Verlierern im pan-europäischen EuroStoxx 50 fanden sich neben den deutschen Autoherstellern Volkswagen, Bayerische Motoren Werke und Daimler mit Verlusten von 3,7 Prozent bis 5,2 Prozent auch LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton mit 5,4 Prozent Verlust und Airbus Group mit 2,8 Prozent Abschlag.

Allenfalls Einzelwerte mit positiven Nachrichten stemmten sich gegen den schwachen Gesamtmarkt. Das galt zeitweise für die Deutsche Post, der von der zum Kauf empfehlenden Commerzbank solide Fortschritte beim Paketgeschäft attestiert wurden, und die mit 0,8 Prozent unterdurchschnittlich verlor.

Einen Kurssprung von 15,7 Prozent vollzog Baumaschinenkonzern Konecranes Oyj im Helsinki mit der angestrebten Fusion mit Terex Corp. Aus der zweiten Reihe fiel der Schweizer Pharmakonzern Galenica nach starken Zahlen zum ersten Halbjahr mit einem Kursgewinn von 8,4 Prozent auf.

Auch die Wall Street konnte sich der Sogwirkung der Entwicklung in China und des entsprechend aufwertenden Dollar nicht entziehen. Der Dow Jones war zum europäischen Handelsschluss 1,2 Prozent leichter und der S&P 500 sank ein Prozent auf 2083 Punkte.

Titel von Kraft Heinz schafften trotz Vorlage von Umsatzzahlen unter der Erwartung für das zweite Quartal ein leichtes Plus. Wesentlich besser kam die Konzernumstrukturierung von Google an der Börse an, deren Aktien 3,8 Prozent zulegten. Die weltbekannte Suchmaschine soll unter das Dach einer Holding namens Alphabet schlüpfen und dem Gesamtkonzern mehr Unabhängigkeit ermöglichen.

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