„Zu wenig Risiko ist genauso gefährlich wie zu viel Risiko“

Seite 2 / 2



DAS INVESTMENT.com:
Warum?

Modler: Die Schwellenländer waren bereits 2012 und 2013 das Sorgenkind der Aktieninvestoren. Daran wird sich auch 2014 nichts ändern. Die Währungen der Staaten wie Brasilien oder Südafrika sind in letzter Zeit deutlich gegenüber dem US-Dollar abgewertet worden. Da diese Länder mehr importieren als exportieren, werden sie mit importierter Inflation zu kämpfen haben. Um die Geldentwertung im eigenen Land einzudämmen, werden die Regierungen also zu einer restriktiven Geld- und Fiskalpolitik greifen. Diese Maßnahmen wiederum dürften sich als eine starke Konjunkturbremse erweisen.

DAS INVESTMENT.com: Die Walser Privatbank wurde im aktuellen Fuchs-Report 2014 mit der Bestnote in Sachen Portfolioqualität ausgezeichnet. Wie muss ein perfektes Portfolio aussehen?

Modler:
Es muss perfekt zum Risiko-Profil des Kunden passen. Denn zu wenig Risiko ist genauso gefährlich wie zu viel Risiko.

DAS INVESTMENT.com: Wie meinen Sie das?

Modler: Investiere ich zu risikoreich, muss mein Kunde mit Verlusten rechnen, die er finanziell und/oder seelisch nicht gut verkraften kann. Gehe ich aber zu wenige Risiken ein, verschenke ich bares Geld in Form der Rendite. Das ist auch das Problem vieler Strategien, die auf eine möglichst geringe Volatilität abzielen. Sie setzen viele Instrumente ein, die die Verluste in den Abwärtsmärkten begrenzen. Leider „vergessen“ viele Manager solcher Strategien aber, in Aufwärtsmärkten Geld zu verdienen. In Marktphasen wie 2012/13 muss man eng an den Märkten sein, um ansehnliche Renditen zu erwirtschaften.

DAS INVESTMENT.com: Die finanzielle Risikotragfähigkeit zu ermitteln ist einfach. Doch wie erkennt man, wie viel Verlust ein Kunde seelisch verkraften kann?

Modler: Wir benutzen dazu das psychologische Modell Finametrica Risk Profiling. Es ordnet den Kunden anhand seiner Antworten auf mehrere Fragen, die sich auf unterschiedliche Situationen beziehen, einer der sieben Risikokategorien zu. Auf dieser Grundlage erstellen wir ein Ideal-Portfolio, also ein Portfolio, das bei der gegebenen Risikobereitschaft die optimale Rendite erzielen soll. Anschließend analysieren wir regelmäßig die Abweichungen zwischen dem tatsächlichen und dem Ideal-Portfolio. Außerdem vereinbaren wir mit unseren Kunden maximale Verlustgrenzen – unser dynamisches Risikomanagementsystem „Protect“. Bereits bei Erreichen von 50 Prozent% dieser Marke, sprechen wir uns mit dem Mandanten ab, ob wir das Risiko rausnehmen oder die Strategie weiter verfolgen sollen. In der Regel kommt es zu einer Reduzierung der Risikopositionen um weitere Verluste abzumildern. Allerdings bieten wir solche Direkt-Mandate nur Kunden ab einem Anlagevermögen von 1,5 Millionen Euro an. Den restlichen Kunden stehen unsere Walser-Fonds zur Verfügung, die ebenfalls in mehreren Risiko-Klassen erhältlich sind.

Mehr zum Thema