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Allianz-Deutschland-Chef zu Unisex-Tarifen: „Einige Produkte könnten teurer werden“

Vorstände der Allianz Deutschland (von links): Markus Rieß<br>(Vorsitzender), Rainer Schwarz (Finanzen), Severin Moser<br>(Sachversicherungen) und Bernd Heinemann<br>(Marktmanagement). Foto: Allianz
Vorstände der Allianz Deutschland (von links): Markus Rieß
(Vorsitzender), Rainer Schwarz (Finanzen), Severin Moser
(Sachversicherungen) und Bernd Heinemann
(Marktmanagement). Foto: Allianz
Er bedauere die Entscheidung des Bundesfinanzministeriums (BMF), den Rechnungszins von 2,00 auf 1,75 Prozent zu senken. „Der Höchstrechnungszins darf maximal 60 Prozent des zehnjährigen Durchschnitts der Renditen langfristiger EU-Staatsanleihen bester Bonität betragen“, sagte Rieß. „Dieser Durchschnitt liegt aktuell bei 4 Prozent, danach wäre noch ein Höchstrechnungszins von 2,4 Prozent zulässig“, so der Vorstandsvorsitzende der Allianz Deutschland weiter.

Deutschland sei das einzige Euroland, das den Höchstrechnungszins auf unter 2 Prozent absenken wolle, obwohl die Begrenzung des Garantiezinses auf 60 Prozent der Marktzinsen EU-weit gelte. Luxemburg habe zwar auch eine Absenkung geprüft, aber nach dem zwischenzeitlichen Zinsanstieg vergangene Woche verkündet, beim aktuellen Garantiezins von 2,25 Prozent zu bleiben. Rieß: „Wir würden uns freuen, wenn das Finanzministerium unter Berücksichtigung des europäischen Kontextes seine Entscheidung noch einmal überdenkt.“

Unisex-Tarife: Einige Produkte könnten teurer werden

Auch die jüngste EuGH-Entscheidung, nach der Versicherungen künftig nicht mehr zwischen Männern und Frauen unterscheiden dürfen, wenn es um die Berechnung von Versicherungstarifen geht, sieht Rieß kritisch: „Wir bedauern die Entscheidung.“ Die Auswirkungen des Urteils müssten nun im Einzelnen geprüft werden. Führe das Urteil zu einem höheren Aufwand bei der Risikoprüfung oder höheren Sicherheitspuffern, „rechnen wir damit, dass einige Produkte für das Gesamtkollektiv teurer werden“.

Zufrieden blickt Rieß auf das vergangene Jahr. Der Umsatz der Allianz Deutschland legte um 2,8 Prozent auf 28,5 (27,7) Milliarden Euro zu; das operative Ergebnis stieg um 22,4 Prozent auf 1,8 (1,4) Milliarden Euro. „Wachstumstreiber war erneut die Lebensversicherung“, so Rieß. Hier nahmen die Beitragseinnahmen um 6,1 Prozent auf 16,0 Milliarden Euro zu. Der größte Teil des Umsatzes entfiel mit 9,1 Milliarden Euro (plus 0,8 Prozent) auf die laufenden Beiträge. Die Einmalbeiträge wuchsen um 13,8 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.

Vertrieb über Commerzbank stark

Im Neugeschäft gegen Einmalbeiträge baute Allianz den Absatz von klassischen Renten- und Lebensversicherungen aus. Zum Wachstum trug auch die im September angelaufene Vertriebskooperation mit der Commerzbank bei: In den Monaten September bis Dezember stieg das Neugeschäft mit Lebensversicherungen um mehr als 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahresergebnis der Dresdner Bank. Bei laufenden Beiträgen zeigten sich IndexSelect und die klassische Rentenversicherung als Umsatzbringer.
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