Aktualisiert am 20.12.2017 - 17:41 UhrLesedauer: 7 Minuten
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China-Expertise ist weltweit erforderlich

Entsprechend groß sind unsere Ressourcen dafür, vor Ort in China wie weltweit.  Wichtig sind die Verhandlungen über Handelsverträge zwischen China und den USA. Chinas Beziehungen zu den USA sind vielschichtig und eng, mit vielen gegenseitigen Abhängigkeiten. 2016 betrug das US-Handelsbilanzdefizit mit China 347 Milliarden US-Dollar, bei 116 Milliarden US-Dollar Exporten und 463 Milliarden US-Dollar Importen. Ein Großteil der Importe entfällt auf Industrieunternehmen, die in China produzieren.

China wiederum braucht Hochtechnologieprodukte, die ausschließlich in den USA gefertigt werden. Mit einer eigenen Halbleiterindustrie und elektronischen Bezahlsystemen soll diese Abhängigkeit verringert werden. Aber das braucht Zeit. Auch im Finanzbereich sind die Verflechtungen groß. China hält für etwa 1,25 Billionen US-Dollar US-Staatsanleihen, fast 10 Prozent des Gesamtvolumens. Zugleich werben chinesische Unternehmen an den US-Finanzmärkten Kapital ein, durch Börsengänge und die Emission dollardenominierter Offshore-Anleihen.

Wenn China Handelsverträge abschließt, kann das der Regierung auch bei der Öffnung der Wirtschaft helfen. So könnte die chinesische Führung eine Plattform erhalten, um dringend benötigte Reformen umzusetzen. Bei allen Verhandlungen müssen unterschiedliche Beziehungsebenen betrachtet werden, und auf beiden Seiten dürften Unternehmen die Verhandlungen beeinflussen.

Handelsverträge nützen immer beiden Seiten

Trotz bisweilen harscher Rhetorik nützen neue Handelsverträge letztlich beiden Seiten, schon wegen der gegenseitigen wirtschaftlichen und finanziellen Abhängigkeiten. Allerdings dürften sich die Auswirkungen von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden. Eine Investmentstrategie muss daher langfristig sein, aber auch mit kurzfristiger Volatilität zurechtkommen.

Chinas Einfluss hat auch den Handel zwischen den Emerging Markets, aber auch zwischen Emerging Markets und Industrieländern gestärkt. Nach den aktuellen IWF-Zahlen entfielen 2015 30 Prozent der Industrieländerexporte auf Emerging Markets, und 46 Prozent der Emerging-Market-Exporte gingen in andere Schwellenländer. Auch der Anteil der Emerging Markets am Welt-BIP ist erheblich gestiegen. Da die Binnennachfrage steigt und ihr Anteil am BIP zunimmt, entstehen in Asien neue regionale Branchenführer. Thai Beverage, Lenovo, Larsen & Toubro, Sun Pharmaceuticals und Tencent sind nur einige Beispiele.

Viele dieser Unternehmen sind weniger stark von der Nachfrage aus den USA und Europa abhängig. Unterdessen könnten die Emerging Markets von der wieder stärkeren Weltkonjunktur profitieren, insbesondere Industrieunternehmen und in der Folge auch Rohstofffirmen. Schon jetzt hat sich das Gewinnwachstum erholt. Nach den Konsensschätzungen von FactSet werden die Gewinne der Emerging-Market-Unternehmen 2017 um 17 Prozent steigen, mit IT und Industrie an der Spitze.

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