Capital Group zu Technologieaktien „Bewertungen sind angemessen“

Logo im Geschäftssitz von Facebook in London: Marktbeherrschende Technologieunternehmen haben viele Gemeinsamkeiten. | © Getty Images

Logo im Geschäftssitz von Facebook in London: Marktbeherrschende Technologieunternehmen haben viele Gemeinsamkeiten. Foto: Getty Images

In den vergangenen Wochen standen Technologieaktien und technologienahe Titel beim Aufschwung wie beim Abschwung der Märkte an der Spitze. Nach wie vor ist der Sektor überdurchschnittlich volatil. Nach ihrer ausgeprägten Hausse gerieten insbesondere die FAANGs (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Alphabet) unter Druck. Anleger stellen sich die Frage, ob die Hochphase der Tech-Wertpapiere vorbei ist.

Möglicherweise steht einigen Technologieaktien eine Schwächephase mit anhaltender Volatilität bevor. Die Fundamentaldaten der Börsenschwergewichte bleiben jedoch gut. Don O’Neal, Portfoliomanager bei Capital Group, sagt dazu: „Wir halten ständig Ausschau nach massiven Störungen der Geschäftsmodelle. Kurzfristig scheint das bei den Marktführern aber nicht der Fall zu sein.“

Unsere Portfoliomanager halten die folgenden vier Überlegungen auch in Zukunft für besonders relevant.

1. Technologieaktien bleiben volatil

In den drei Monaten dieses Jahres, in denen US-Aktien sehr volatil waren – Januar, März und Oktober – haben Technologietitel jedes Mal mehr als der Gesamtmarkt verloren. Doch danach haben sie sich auch wieder überdurchschnittlich erholt. Trotz dieser Volatilität hat der Technologiesektor in diesem Jahr die höchsten Erträge verzeichnet: Bis zum 31. Oktober legte er 11 Prozent zu, während der S&P 500 nur um 3 Prozent stieg.

Zwei Technologieunternehmen, Amazon und Netflix, verzeichneten stark überdurchschnittliche Erträge und liegen seit Jahresbeginn um 37 beziehungsweise 57 Prozent im Plus. „Am Anfang einer Marktkorrektur verlieren die zuvor stärksten Titel in der Regel am meisten. Langfristig kann der Ausblick für diese Unternehmen aber sehr gut bleiben“, sagt O’Neal.

2. Amazon ist eine Fallstudie für Investitionen in volatilen Zeiten

Technologieaktien erleiden häufig Kurseinbrüche. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 ist die Amazon-Aktie zehn Mal um mindestens 15 Prozent gefallen, drei Mal sogar um mehr als 30 Prozent. Doch nach jeder dieser Korrekturen stieg sie auf neue Hochs. Investoren, die mit kurzfristiger Volatilität leben konnten, verdienten viel Geld. Wer hingegen die Aktie in einer der Korrekturphasen verkaufte, hat etwas verpasst.

Zuletzt ist die Amazon-Aktie massiv gefallen. Die Schwäche des Technologiesektors riss auch den Onlinehändler mit, trotz Produktivitätsgewinnen in nahezu allen Sparten. Auch Amazon Web Services (AWS), die Cloud-Computing-Sparte des Konzerns, hat etwas nachgelassen; die Umsätze stiegen im dritten Quartal um 46 Prozent, nach 49 Prozent im zweiten Quartal.

„Absolut gesehen wächst AWS immer noch sehr stark und bringt das Gesamtunternehmen mit über 50 Prozent Anteil am Betriebsergebnis maßgeblich voran“, sagt Technologieanalyst David Penner. „Kurzfristig könnte der Aktienkurs zwar etwas schwächeln, doch kann Amazon eines der wettbewerbsfähigsten Großunternehmen weltweit bleiben.“