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Chancen maximieren: Warum Korrelation und Diversifizierung so wichtig sind | © Janus Henderson Investors

Chancen maximieren Warum Korrelation und Diversifizierung so wichtig sind

Schon der Ökonom Harry Markowitz wusste, dass die Diversifizierung das einzige ist, was man bei einer Anlage kostenlos dazu bekommt. Soll heißen, dass wir durch die Kombination von Anlageklassen und Strategien mit einer positiven erwarteten Rendite, die sich jedoch zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich entwickeln, die Gesamtvolatilität eines Portfolios reduzieren und seine risikobereinigten Renditen verbessern können.

Die Korrelation ist ein Maß für die Stärke der Beziehung zwischen verschiedenen Variablen. Soll ein Portfolio diversifiziert sein, muss es folglich Wertpapiere mit einer geringen oder negativen Korrelation zueinander enthalten. Angegeben wird die Korrelation typischerweise in einem Bereich von +1 (perfekte positive Korrelation, bei der sich zwei Vermögenswerte über einen bestimmten Zeitraum in die gleiche Richtung bewegen) bis -1 (perfekte negative Korrelation, bei der sich zwei Vermögenswerte in genau entgegengesetzte Richtungen bewegen). Eine Korrelation von null bedeutet, dass keine Wechselbeziehung vorliegt. Doch Korrelationen verhalten sich nicht immer wie erwartet. Anleger müssen daher über ein umfassenderes Verständnis der Faktoren verfügen, die sie beeinflussen können.

Eine hohe Zahl von Wertpapieren in einem Portfolio muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass es auch wirklich diversifiziert, d. h. sein Risiko breit gestreut ist. So umfasst beispielsweise ein globaler Rentenindex wie der Bloomberg Barclays Global Aggregate Index, der verschiedene Arten von festverzinslichen Wertpapieren rund um den Globus abbildet, fast 23.000 verschiedene Anleihen (Stand: 31. März 2019). Seine Konstruktion bringt es jedoch mit sich, dass die größten Schuldner in diesem Index am stärksten gewichtet sind. Zudem spiegelt seine Zusammensetzung die Vergangenheit wider und weniger das, was für die Zukunft relevant ist. Folglich ist der dominante Risikofaktor das Zinsrisiko, das sich aus der Entwicklung der Renditen der zugrunde liegenden Staatsanleihen ergibt.

Korrelationen sind keine festen Größen

Über die Jahre haben wir uns daran gewöhnt, dass Staatsanleihen und Aktien negativ korrelieren: Geht der Preis des einen nach oben, sinkt der des anderen und umgekehrt. Das hat damit zu tun, dass die Gewinne der wichtigste Treiber der Aktienkurse und die Zinsen der wichtigste Treiber der Anleihekurse sind.

Wenn sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert, senken die Zentralbanken üblicherweise die Zinsen und die Anleihekurse steigen. In den Aktienkursen spiegeln sich aber nach wie vor die schwachen Gewinne wider. Mit dem Übergang in die Erholungsphase reagieren Aktien jedoch allmählich positiv auf die niedrigeren Zinsen. Läuft die Wirtschaft hingegen rund und die Unternehmensgewinne sind stark, entwickeln sich Aktien gut. Nun erhöhen die Zentralbanken im Allgemeinen die Zinsen, um ein Heißlaufen der Wirtschaft zu verhindern. Das macht sich zumeist als Erstes bei Anleihen negativ bemerkbar, da sie ganz unmittelbar auf Zinsänderungen reagieren. Aber an einem bestimmten Punkt geraten auch Aktien unter Druck, denn die Marktteilnehmer preisen zunehmend eine Konjunkturabkühlung ein.

Die Korrelation hängt letztlich jedoch sowohl vom Inflationsumfeld wie auch vom Volatilitätsregime ab. Um die Veränderlichkeit der Korrelation zu verstehen, hilft es daher, über die verschiedenen wirtschaftlichen Szenarien nachzudenken.

So bricht etwa die negative Korrelation zwischen Staatsanleihen und Aktien, die in den letzten 25 Jahren vorherrschte, in Schockzeiten tendenziell zusammen. Zu beobachten war das 2013 bei dem durch das Taper Tantrum ausgelösten Realzinsschock und erneut Anfang 2018 im Zusammenhang mit dem Inflationsschock. Beide Male verlangten Anleger höhere Renditen für das Halten von US-Staatsanleihen, was die Anleihekurse in den Keller schickte. Zugleich geriet der Aktienmarkt ins Trudeln, aufgeschreckt durch potenziell höhere Finanzierungskosten. Diese Rahmenbedingungen hatten steigende Zinsen und eine Weitung der Spreads von Unternehmensanleihen zur Folge, was festverzinslichen Portfolios einen doppelten Schlag versetzte.

Auslöser des Taper Tantrums war die Rede des Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke vom Mai 2013 vor dem Kongress, in der er eine Reduzierung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank in Aussicht stellte. Daraufhin kam es zu einer Fehleinschätzung der geldpolitischen Absichten der Fed durch die Märkte, die davon ausgingen, dass schon bald mit Zinserhöhungen zu rechnen sei. Aufgrund der davon ausgelösten Zinsängste gingen nicht nur die Kurse von Anleihen, sondern auch von Aktien auf Talfahrt (positive Korrelation). Im weiteren Jahresverlauf stellte sich die normale negative Korrelation jedoch wieder ein.

Korrelation von 7-10-jährigen US-Treasuries mit dem S&P 500 Aktienindex während des Taper Tantrums

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Janus Henderson Investors, S&P 500 Total Return Index, ICE BofAML 7-10 year US Treasury Total Return Index. Gleitender 3-Monatsdurchschnitt von 1-Monatskorrelationen unter Verwendung täglicher Renditen in US-Dollar. Der gleitende Durchschnitt wurde zentriert, um die Deckung mit den Ereignissen zu erhöhen.

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