Crashtest: Die besten Wandelanleihen-Fonds

Gute Nachrichten von den Vereinten Nationen. Die Zahl der neu an Aids verstorbenen Menschen ist in den vergangenen sieben Jahren gesunken. Während 2005 noch 2,3 Millionen Menschen an der nach wie vor unheilbaren Immunschwäche-Krankheit starben, waren es 2012 rund 1,6 Millionen. Das geht aus dem UNAIDS-Bericht hervor, den die Organisation Ende November veröffentlichte.

Dank jüngster Fortschritte bei der Medikamentenversorgung sei ein positiver HIV-Test mittlerweile auch in vielen Entwicklungsländern keine automatische Todesbotschaft mehr, so der Bericht weiter.

Über 9,7 Millionen HIV-Patienten in Entwicklungs- und Schwellenländern erhielten 2012 antiretrovirale Therapien – das sind mehr Menschen als jemals zuvor. Der Kampf gegen das Virus verschlang 2012 knapp 19 Milliarden Dollar.

Bis 2015 wollen die Vereinten Nationen das Budget auf 22 bis 24 Milliarden Dollar aufstocken. Ein Teil dieser Gelder kommt Gilead Sciences zugute. Das Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Kalifornien entwickelt Medikamente gegen lebensbedrohliche Krankheiten.

Ende November 2013 brachte das Unternehmen mit Vitekta ein neues Mittel auf den Markt, das bei Patienten mit gegen Medikamente resistenten HIV-Stämmen angewendet wird.

Eine gute Nachricht für Michel Fest. Gilead Sciences leistete im dritten Quartal 2013 den größten Beitrag zur Wertentwicklung seines Portfolios, erklärt der Manager des Wandelanleihe-Fonds Man Convertibles Global (WKN: A0JJYB). Im Crash-Test von DAS INVESTMENT belegte der Fonds den zweiten Platz.

Auch Stefan Löwenthal, Manager des drittplatzierten Macquarie MS Convertibles Global Markets (WKN: 575754), setzt auf Gilead Sciences: In seinem Portfolio bildet der Pharma-Riese die größte Position.

Allerdings haben die beiden Manager gemäß ihrer Anlagestrategie nicht die Aktie, sondern die Wandelanleihe des Unternehmens gekauft. Diese Papiere sind einerseits Anleihen mit Zinskupon und festem Rückzahlungsversprechen, was sie nach unten absichert.

Andererseits reagieren sie teilweise auf den Aktienkurs, weil der Anleihebesitzer sein Papier in eben diese Anteilsscheine in einem festen Verhältnis tauschen darf.

Schwerpunkt USA


„Wir setzen auf die Asien-Story. Da muss man einfach dabei sein“, erklärte Fest noch Mitte 2012. Im vergangenen Jahr hingegen hat sich die Übergewichtung Japans und Asiens laut Fest nachteilig auf die Fondsentwicklung ausgewirkt.

Auch die Entscheidung, 2013 wegen des unsicheren Marktumfelds das Portfoliorisiko zu senken, ließ den Fonds kurzfristig hinter dem Vergleichsindex zurückbleiben. Doch die günstige Titelauswahl habe diese Einbußen kompensiert, so Fest.

Das Investment-Team des Fonds setzt sich aus mehreren Mitgliedern zusammen, die für die einzelnen Regionen verantwortlich sind. Die endgültige Anlageentscheidung liegt bei Fest, der maximale Diversifikation und Konvexität des Portfolios zu erreichen versucht.

Unter Letzterem versteht man das Kursniveau, an dem eine Wandelanleihe ihr Anleiheverhalten verliert und mehr und mehr zur Aktie wird.

Auch im Macquarie-Fonds richtet sich die Titelselektion nach Regionen. So ist Allianz Global Investors (AGI) für den US-Anteil verantwortlich, der zwei Drittel des Fonds ausmacht. Das restliche Drittel – Europa – managt Cheyne Capital.

Die endgültige Verantwortung für den Fonds liegt beim Macquarie-Manager Stefan Löwenthal. Im Gegensatz zum Man-Fonds, der branchenseitig auf die Informationstechnologie setzt, sind im Portfolio des Macquarie-Fonds die Finanzwerte mit 25 Prozent am stärksten gewichtet.

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Auch Alexander Müller, Manager des Crash-Test-Siegers Convertible Global Diversified UI (WKN: A0M999), kauft hauptsächlich Papiere von US-Unternehmen. „Die Regionen Allokation ist eine strategische Entscheidung“, sagt er.

Von einer Sektoren-Allokation hingegen hält Müller nicht viel. Stattdessen fokussiert er sich auf die Auswahl einzelner Wandelanleihen und sucht nach attraktiv bewerteten Papieren – ein seinen Worten zufolge schwieriges Unterfangen.

„Insbesondere Investment-Grade-Anleihen sind derzeit überteuert“, sagt er. Im niedriger bewerteten Segment (Ratings BB und B) hingegen ließen sich noch unterbewertete Papiere finden.

Eines der Schnäppchen, die sich als Glücksgriff erwiesen haben, war für Müller Nokia. Die 5-prozentige bis 2017 laufende Wandelanleihe des Unternehmens, die Müller seit der Emission vor knapp einem Jahr im Portfolio hält, kletterte bislang von 100 auf 235 Prozent. „Für  einen Netzwerklieferanten, was Nokia heute praktisch ist, liegt die Bewertung noch immer viel zu tief."

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