Alternative Investments Das Vertrauen in klassische Geldanlagen – gibt es das noch?

Vertrauen Menschen den klassischen Geldanlagen noch? Und wenn nein, warum nicht? Und welchen Anlagen vertrauen sie stattdessen?

Vertrauen Menschen den klassischen Geldanlagen noch? Und wenn nein, warum nicht? Und welchen Anlagen vertrauen sie stattdessen?

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Niedrigzins und die geringe Risikolust

Weltspartage werden von Banken noch immer wie Weihnachten oder Silvester gefeiert: Kinder sollen Lust bekommen, ihr Geld auf der Bank zu deponieren und ihm auf einem Sparbuch oder Konto dabei zuzuschauen, wie es sich von alleine vermehrt. Denn dafür sorgt der Zins, wie man schon früh lernt.

Das große Problem ist nur, dass die beruhigende Erkenntnis, die das Versprechen der Geldvermehrung bei Geldinstituten mit sich bringt, einen Fehler enthält. Sie ist einfach nicht mehr aktuell. Sie stimmt nicht mehr.

Während Lebensmittel, Kleidung und sonstige Ge- und Verbrauchsgüter im Rahmen der Inflation langsam, aber sicher teurer werden, bekommen Sparer auf ihr eingezahltes Geld kaum noch Zinsen. Gerade, was kleine Spareinlagen betrifft, sieht es schlecht aus. Legt der Nachwuchs am Weltspartag 150 Euro Festgeld über drei Jahre an, hat er am Ende dieser Laufzeit nicht einmal sieben Euro mehr (Stand: Juni 2019). Das führt konsequenterweise dazu, dass das Geld vor allem bei diesen kleinen Sparbeträgen schrumpft, statt zuzunehmen.

Obwohl auch deutlich höhere Geldanlagen in konservativer Form nicht mehr so viel abwerfen, wie sich Anleger erhoffen, werden auch diese noch etwa Aktien und Fonds vorgezogen. Ein geringes Vertrauen in diese Geldanlage ist ein Grund, vor allem aber lässt sich eine geringe Risikolust der Deutschen erkennen. Das Vertrauen in die Hausbank und den Berater von nebenan ist dann doch immer noch größer, als in Aktien und Fonds. Viele scheuen in erster Linie das gewisse Risiko, das jedoch vor allem mit einer geringen Kenntnis des Finanzmarkts zusammenhängt.

Außerdem müssen Aktien und Fonds versteuert werden. Statt die Chance zu erkennen, wieviel Gewinn sich mit einer solchen Anlage machen lässt, wird sich auf die negativen Seiten konzentriert. Insgesamt bleiben die Deutschen skeptisch.

Geringe Sparbereitschaft für Altersvorsoge

Schon immer galten die Deutschen als ein Volk der Sparer. Doch dieses Image scheint sich nach und nach zu wandeln. Obwohl viele junge Erwachsene immer noch befürchten, im Alter arm zu sein, sinkt der Anteil derjenigen, die für ihre Altersvorsorge Geld sparen. Vor allem die Frauen darunter sind von Altersarmut bedroht.

Zwar sind diese jungen Menschen im Gegensatz zum Großteil der anderen Sparer durchaus bereit, geringe Schwankungen ihrer Rente in Kauf zu nehmen, wenn sie dafür mit einer insgesamt höheren Leistung rechnen könnten als bei Renten mit dem gegenwärtigen Garantiezins von unter einem Prozent. Allerdings verfügen sie nach eigenen Angaben über zu wenig Wissen, um einer bestimmten Altersvorsorge ihr Vertrauen schenken zu können.

Ein vertrauenswürdiges, staatliches und offizielles Online-Portal mit Informationen zur gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge ist wünschenswert, das es in neutraler Form so bislang nicht gibt. Hinzu kommt, dass ein niedriges Einkommen und befristete Arbeitsverhältnisse es jungen Menschen heute erschweren, systematische Vorsorge zu betreiben.