Burkhard Wagner (Gastautor)Lesedauer: 4 Minuten

Deutsche Aktien Dax-Prognose: „Positive Entwicklung dürfte sich bis zum Jahresende fortsetzen“

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FED als Verkäufer

Ein weiterer Verkäufer tritt demnächst am Markt auf. Die amerikanische Notenbank FED wird noch im Oktober mit dem Abbau ihrer in den letzten Jahren gekauften US-Staatsanleihen beginnen. Dieses erhöhte Angebot gilt es zukünftig am Markt zu kompensieren. Das wird wohl nur bei reduzierten Kursen und höherem Zins gelingen. In Anbetracht der Tatsache, dass sich ein gesamter Anleihenbestand von 4.500 Milliarden  US-Dollar in der FED- Bilanz befindet, reagierten bisher die Kapitalmärkte extrem cool. Die Zinssätze der zehnjährigen Staatsanleihen blieben (noch) konstant.

Bei den Zinsen kündigte die FED zuletzt bis zu sechs treppenartige Erhöhungen bis 2020 an. Die erste wird wahrscheinlich noch 2017 umgesetzt, trotz eines zu erwartenden hurrikan-bedingten Konjunkturdämpfers. Zum anderen haben der US-Dollar und der Euro sehr intensiv auf mögliche Veränderungen der Geldpolitik in Europa reagiert.

EZB ist gefordert

Die Kapitalmärkte rechnen noch im Oktober mit einer klaren Aussage der Europäischen Zentralbank, wie man mit dem Anleihenkaufprogramm ab 2018 weitermachen wird. Wir gehen davon aus, dass im ersten Halbjahr 2018 mit einer langsamen Reduzierung der monatlichen Käufe in Höhe von 60 Milliarden  Euro zu rechnen ist. Zinserhöhungen dürften frühestens 2019 anstehen. 

Euro wieder salonfähig

Die Euro-Stärke hat auch politische Gründe. Seit der französischen Präsidentenwahl im Mai ist der Euro für viele internationale Investoren wieder salonfähig geworden. Bis dato hatten vor allem amerikanische Anleger einen großen Bogen um die Einheitswährung gemacht. Die vermeintliche Gefahr, bei einem Auseinanderfallen der Währungsunion in einer dann unbekannten und fragwürdigen Währung ausbezahlt zu werden, ist mit der höheren politischen Stabilität in Europa kleiner geworden.

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