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Digitalisierungsexperte beobachtet Diese 3 Kapitalmarkttrends werden sich noch verstärken

Exemplar der Hunderasse Shiba Inu, ein entsprechendes Hunde-Meme avancierte zum Symbol für den Doge Coin
Exemplar der Hunderasse Shiba Inu, ein entsprechendes Hunde-Meme avancierte zum Symbol für den Doge Coin: Kryptowerte haben sich zu einer eigenen Anlageklasse entwickelt. | Foto: imago images / ZUMA Wire
Hartmut Giesen, Foto: Sutor Bank

Die Handelsvolumina sowohl bei klassischen Wertpapieren als auch bei Kryptowerten sind über das Jahr unter heftigen Schwankungen boomartig nach oben geschnellt. Die beobachteten Muster im Anlegerverhalten offenbaren gleichzeitig Indikatoren und Treiber für Umbrüche am Kapitalmarkt hinsichtlich Anlagekultur, Anlageklassen und Technologie. Drei Entwicklungen dürften sich als langfristig nachhaltig erweisen.

  • 1 Kapitalmarktkultur ist entstanden – Trading als Trigger für Sparpläne

Es ist eine Kapitalmarktkultur entstanden, die es vorher so nicht gegeben hat. Aktien kaufen ist hip geworden. Das Geschäftsmodell Brokerage hat geboomt wie kein anderes Anlage-Geschäftsmodell vorher. Dieses vereinfachte Angebot der Neobroker inklusive deren Gaming-Elemente hat die Kapitalmarktkultur nachhaltiger verändert als alle bisherigen Ansätze, die stärker auf Aufklärung und edukative Elemente gesetzt haben – etwa die Robo-Adviser und ähnliche Angebote mit Fokus auf langfristigen Fondssparplänen.

Der Trend zur Aktienanlage lässt sich an der Entwicklung der Wertpapierdepots ablesen: Seit Januar 2021 liegen die Wachstumsraten jeden Monat bei über 8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie Zahlen der Bundesbank belegen. Zum Vergleich: 2018 und 2019 lagen die Zuwachsraten nur bei rund 1 bis 2 Prozent pro Monat gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Zahl der Depots liegt inzwischen bei über 27 Millionen in Deutschland.

Der Trading-Boom kann als Sturm-und-Drang-Phase der Neo-Kapitalmarktkultur bezeichnet werden – mit dem Spekulieren als ein Verhandlungsmuster, das zur Lernkurve eines Neo-Anlegers gehört. Es ist davon auszugehen, dass der Trading-Boom, der zum Teil durchaus zockerhafte Auswüchse hatte, auch „vernünftige“ Anlageformen fördern wird. Denn wer Aktien über ihre „Hipness“ kennengelernt hat, wird auch eher mit einem Fondssparplan langfristig anlegen als jemand, der sein Geld bisher nur auf dem Konto liegen hatte.

Auch die Neobroker gehen davon aus, dass ihre Kunden sich in diese Richtung bewegen werden, nehmen Sparpläne in ihr Portfolio auf und propagieren dieses Angebot stark, wie etwa Trade Republic oder Just Trade. Die Statistik zeigt: Vor allem das Segment der ETF-Sparpläne legte zuletzt kräftig zu. Gemäß Zahlen des ETF-Portals extraETF stieg die Zahl der ETF-Sparpläne von Dezember 2020 bis September 2021 rasant von gut 2 Millionen auf knapp 3 Millionen. 

Dieser Trend gilt auch für Kryptowerte, wo Unternehmen wie Coindex Sparpläne auf Kryptowerte anbieten.

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