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BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter:

„Eiskalte Rentenkürzung" oder „Generationengerechtigkeit"?

Politiker und Verbände über Rente mit 70

Die Deutsche Bundesbank sieht große Probleme auf das deutsche Pensionssystem zukommen. „Durch die demografische Entwicklung gerät die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung künftig unter erheblichen Druck, insbesondere ab Mitte der 2020er Jahre", erklärt die Notenbank in ihrem jüngsten Monatsbericht. Um das System stabil zu halten, schlagen die Ökonomen Reformen vor, die auf eine Erhöhung des Rentenalters abzielen.

Da die Lebenserwartung nach Einschätzung von Demografie-Experten bis 2070 von derzeit 84,4 Jahren auf 89 Jahre steigen wird, halten die Bundesbank-Analysten eine Anpassung des Renteneintrittsalters für sinnvoll. Nach Bundesbank-Berechnung sollte der Geburtsjahrgang 2001 ab Mai 2070 mit 69 Jahren und vier Monaten regulär in Rente gehen.

Nach aktueller Rechtslage steigt das Renteneintrittsalter bis zum Beginn der 2030er Jahre und bleibt danach unverändert bei 67 Jahren. Angesichts der voraussichtlich auch nach den 30er Jahren steigenden Lebenserwartungen würde die Relation von Renten- zu Beitragsjahren – auch relative Rentenbezugsdauer genannt – ebenfalls steigen (siehe Grafik).

Die Bundesbank rät daher, das Rentenalter so anzupassen, dass die relative Rentenbezugsdauer ab den 2030er Jahren weitgehend stabil bleibt. „Damit wird im Grunde der laufende Ansatz bis zu Beginn der 2030er Jahre fortgeführt“, so der Bericht. Eine solche Anpassung würde nicht nur die Rentenkasse entlasten, sondern auch „das gesamtwirtschaftliche Potenzial stärken und damit die Bemessungsgrundlagen für Steuern und Sozialbeiträge stützen.“

>> Den kompletten Bundesbank-Bericht finden Sie hier.

„Wichtiger Schritt zur Stabilisierung“

Die Arbeitgebervertreter begrüßen den Vorschlag. „Die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung ist ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung“, erklärte Hans-Peter Klös vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Das Institut ging in der Vergangenheit sogar noch weiter und brachte die Rente mit 73 ins Gespräch.

Ähnlich sieht das der Arbeitgeberverband BDA. "Die gewonnene Lebenserwartung muss auch zu einer längeren Erwerbsphase führen und darf nicht nur einen immer längeren Ruhestand bedeuten", sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dabei ist eine Indexierung des gesetzlichen Rentenalters für ihn ebenso denkbar wie eine schrittweise gesetzliche Anhebung.

Auch FDP-Vizefraktionschef Michael Theurer befürwortet die Rente mit fast 70. Sie sei "ein wichtiger Impuls in der Debatte um Generationengerechtigkeit", erklärte er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. 

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