Fette Jahre - die besten Investmentfonds der Dekade

: Fette Jahre - die besten Investmentfonds der Dekade

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„Reich mit Aktien“ – der legendäre Jubelschrei der „Bild“ wird im Februar zehn Jahre alt. Tatsächlich konnten Anleger seitdem reich werden. Nicht mit den in der „Bild“ gepriesenen Hightech-Werten, sondern mit Mut und einer eigenen Meinung.

Was für eine Dekade! Zwei Aktien-Crashs in historischer Dimension, ein Wirtschaftswunder und eine Krisenwährung, die noch zu Beginn des Jahrzehnts als tot galt.

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Doch zunächst begann alles mit einer der größten Enttäuschungen des – natürlich – Jahrhunderts. Die als Story des kommenden Millenniums gefeierten Aktien aus den Branchen Internet, Biotechnologie, Software und Medien stürzten in den Jahren 2000 bis 2003 ins Bodenlose. Neuartige Bewertungsmethoden wie etwa die täglichen Klickraten erwiesen sich als Blackout. Kein Wunder: Man bewertet Toyota auch nicht nach der Anzahl der Probefahrten.

Was am Ende blieb, zeigt eine Tabelle mit allen spätestens 1999 aufgelegten Investmentfonds und deren Wertentwicklung – insgesamt 1.989 Stück (Gesamte Tabelle als PDF-Datei). Unter den Flop 100 trägt jedes dritte Produkt ein Tech oder Net im Namen.

Den Schlusspunkt markiert der Nordinternet, ein ehemaliger Hochgeschwindigkeitsfonds. Wer Ende 1999 10.000 Euro in diesen Fonds gesteckt hat, behielt zehn Jahre später genug Geld für einen neuen Laptop übrig: 670 Euro. In den zwei Jahren zuvor, 1998 und 1999, hätte er aus demselben Betrag noch 70.000 Euro gemacht.

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Nicht ganz so schlimm, aber ebenfalls unbefriedigend verlief es für den breiten Markt, wie ein Blick auf einige beliebte Fonds zeigt. So hätte ein 10.000-Euro-Anleger mit Klaus Kaldemorgens DWS Vermögensbildungsfonds I 944 Euro verloren, das ergibt Platz 1.188. Der Templeton Growth hätte ein Miniplus von 37 Euro gebracht – Platz 1.049.

Besonders schlimm erwischte es den Industria aus dem Hause Dit, heute Allianz Global Investors. Anleger hätten mit diesem europäischen Standardprodukt in zehn Jahren 3.840 Euro verloren – mehr als ein Drittel. Immerhin erzielten einige Anlegermagnete auch respektable Resultate (siehe Tabelle). Wegen der insgesamt durchwachsenen Ergebnisse gilt die abgelaufene Dekade vielen als „verlorenes Jahrzehnt“.

Doch so einfach ist das nicht. Denn neben der Loipe gab es sehr wohl Geld zu verdienen. Über 1.000 Fonds landeten im Plus. Eine Verzinsung von 3 Prozent im Jahr – insgesamt 34,4 Prozent - schafften immerhin 535 Fonds.