in WohngebäudeversicherungLesedauer: 2 Minuten

Sachversicherungen Versicherer zahlen nur für indirekte Schäden durch Gas-Stopp

Gasleitung
Gasleitung: Deutschlands Versorgung mit russischem Erdgas bleibt unsicher. Falls deswegen bald die Betriebe hierzulande stillstehen, besteht kein Versicherungsschutz. | Foto: Anita starzycka / Pixabay

Was passiert, wenn uns Russland den Gashahn zudreht? Mit dieser hochaktuellen Frage der Energiepolitik beschäftigt sich aktuell auch der Lobbyverband der deutschen Assekuranz. Denn als letzte Stufe des vom Bundeswirtschaftsministerium ausgerufenen Notfallplans Gas könnte die Bundesnetzagentur den Industriebetrieben hierzulande die Zufuhr kappen, um beispielsweise Privathaushalte weiter versorgen zu können. 

„Die Unternehmen müssen sich auf dieses Szenario einstellen“, rät aktuell der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dann drohten auch Einbußen in der Produktion: „Fließbänder könnten stillstehen, Schmelzöfen erkalten, Chemieanlagen verstummen, Maschinen weder stanzen noch walzen. Selbst Firmen, die kein Gas benötigen, könnten durch Produktionsausfälle bei Zulieferern indirekt betroffen sein.“ 

Versicherung ersetzt nur bei Sachschaden 

„Versichert sind solche Produktionsausfälle nicht“, heißt es vom GDV. „Zwar können Betriebsunterbrechungen gesondert abgesichert werden. Eine Entschädigung setzt aber immer einen Sachschaden voraus.“ So seien beispielsweise Zwangspausen nach einem Feuer in der Fabrik von der Betriebsunterbrechungs-Police abgedeckt. „Produktionseinbußen durch eine staatlich angeordnete und im Voraus geplante Rationierung von Rohstoffen hingegen nicht.“

 

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Das bestätige auch ein aktuelles Gutachten, das der GDV in Auftrag gegeben hat. Demnach greife für die „planmäßige Abschaltung“ der Risikoausschluss in den Musterklauseln. Und auch die Rating-Agentur Fitch urteilt in einer aktuellen Analyse, dass nur durch physische Schäden an Geschäftsräumen oder Produktionsanlagen entstandene Verluste abgesichert seien. Daher sehen die Analysten auch keine finanziellen Risiken für die Versicherer. 

Versicherer erwarten aber indirekte Schäden 

Allerdings könnte die Assekuranz über Umwege bald von einem Gas-Lieferstopp betroffen seien. denn wenn deutsche Verbraucher verstärkt beim Heizen sparen, dürften im kommenden Winter in vielen Wohnhäusern die Wasserrohre platzen. Und das sei dann „ein klassischer Fall für die Gebäudeversicherung“. Und in den Betrieben könnte ein ungeplanter Stillstand dazu führen, dass die Versicherer für mehr Maschinenschäden einspringen müssen. 

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