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in MärkteLesedauer: 4 Minuten

Gefährdetes Wachstum in Lateinamerika Immer älter aber nicht wohlhabender

Zum Jahrtausendwechsel machte sich die soziale Unzufriedenheit in Lateinamerika in einem Linksruck Luft. Befeuert von einer eindrucksvollen Rohstoffnachfrage, vor allem aus China, legten die Volkswirtschaften kräftig zu. Damit einher ging ein bemerkenswerter Aufschwung von Arbeits- und Sozialpolitiken in der Region. Als in den westlichen Industrieländern mit der Finanzkrise ab 2007/8 die Gefahren deregulierter Märkte offensichtlich wurden, hatte sich zwischen Mexiko und Argentinien die Armut fast um die Hälfte verringert.

Doch der Wohlstandszuwachs war vorerst nur eine Episode statt einer Epoche. Die Rohstoffpreise sind weiterhin niedrig, infolgedessen schwächelt die Wirtschaft. „Regierungen verlieren ihre Unterstützung in der Bevölkerung und versuchen vor allem, sich selbst zu retten. Die Armut steigt wieder an. Die Wahlen in Argentinien oder die Amtsenthebung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff lassen keinen Zweifel: Die seit fast zwei Jahrzehnten regierende Linke sieht sich mit ernsten Problemen konfrontiert.

Lateinamerika hatte in den zurückliegenden 15 Jahren vermutlich eine Jahrhundertchance, einen neuen Entwicklungspfad zu beschreiten und sich vom Weltmarkt und Rohstoffen unabhängiger zu machen. Diese Option ist in weite Ferne gerückt und stellt die Region vor eine neue Zeitenwende“, fasst Hans-Jürgen Burchardt, Kasseler Professor für internationale und intergesellschaftliche Beziehungen die Lage zusammen. 

2020 kippt die Bevölkerungspyramide

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