Max-Robert Hug

Max-Robert Hug

Geschlossene Solarfonds: „Hohe Fremdkapital-Quote ist ein Zeichen für Solidität“

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DAS INVESTMENT.com: Der antike König Leonidas kämpfte mit einer kleinen Schar zunächst erfolgreich gegen die übermächtigen Perser, verlor dann aber doch und opferte sich für Sparta. Wollen Sie sich ähnlich selbstlos für den Solarfonds-Markt opfern?

Max-Robert Hug: Nein, das brauchen wir auch nicht zu tun. Unser Name Leonidas steht für ein intelligentes, strategisches Operieren aus kleinen, wendigen Strukturen heraus. Wir bringen kleinvolumige Fondsangebote mit schneller Platzierungsgeschwindigkeit, geringen Kosten und hoher Transparenz an den Markt. Das ist alles andere als üblich, für den Anleger aber besonders rentabel.

DAS INVESTMENT.com:
Jetzt ist die Fondbranche aber einmal mehr in Aufruhr, da Spanien die Photovoltaik-Förderung drastisch kürzen will. Emissionshäuser sind aufgeschreckt, eines stoppte bereits den Vertrieb seines Blindpool-Fonds, die spanische Solaranlagen erwerben wollte. Sie haben mit Leonidas Associates IV einen Frankreich-Fonds in der Platzierung - wie sicher ist der dortige Markt?
Hug: Sehr sicher. Frankreich hat eine vergleichsweise hohe Sonneneinstrahlung und garantiert über 20 Jahre hohe Einspeisetarife, die zudem inflationsausgleichend konzipiert sind. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland macht darüber hinaus auf einer soliden Planungsgrundlage steuerlich optimierte Fondskonzepte möglich. Das führt dazu, dass der Markt grundsätzlich attraktiv ist.

DAS INVESTMENT.com: Das sind Argumente, die man schon mal gehört zu haben glaubt – nur waren die seinerzeit auf Spanien bezogen…

Hug: Dass eine starke Vergütungskürzung in Spanien aufgrund des fortgeschrittenen Ausbaus der Solarenergie vor der Tür stand, war aufgrund der Höhe der Vergütung schon damals nicht auszuschließen. Daher haben wir seinerzeit keine Aktivitäten in Spanien unternommen. In Frankreich, das nebenbei eine ähnliche politische und wirtschaftliche Stabilität wie Deutschland hat, ist das anders: Dort hat die Regierung Sarkozy einen deutlichen Ausbau des grünen Stroms beschlossen und steht dabei noch ganz am Anfang.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es weitere Unterschiede?

Hug: Die Einspeisevergütung beruht in Frankreich auf einem reinen Umlageverfahren. Anders als in Spanien kann der französische Staatshaushalt deshalb auf keinen Fall belastet werden. Zudem ist die Höhe der Einspeisevergütung deutlich geringer. Sie muss aber auch nicht mehr so hoch sein wie noch im Jahr 2007 oder 2008. Schließlich sind die Preise für die Komponenten einer Anlage drastisch gesunken, und auch die Zinsen im Rahmen der Fremdkapitalfinanzierung sind stark zurückgegangen.

DAS INVESTMENT.com: Haben Sie trotz Ihres Blindpool-Konzepts bereits Vorverträge mit Unternehmen, die in Frankreich Solaranlagen errichten?

Hug: Nein. Und das beabsichtigen wir auch gar nicht. Denn wir wollen auf keinen Fall eine Preisbindung im Vorfeld eingehen. Vielmehr ist es unsere Strategie durch unsere langjährig gewachsenen Netzwerke zu fast allen großen Generalunternehmern qualitativ hochwertige Anlagen zu günstigen Preisen zu erwerben. Und das geht nur, wenn wir die freue Auswahl haben und unsere Partner auch gegenseitig in Wettbewerb stellen. Zurzeit haben wir Anlagen für insgesamt 20 bis 30 Megawatt zur Prüfung auf dem Tisch. Da wir das erste Kapital in den letzten beiden Wochen seit Vertriebsstart bereits platziert haben, können wir jetzt schon investieren. Voraussichtlich Anfang September werden wir daher die ersten Anlagen vorstellen.

DAS INVESTMENT.com: Wie groß soll Ihr Frankreich-Fonds werden?

Hug: Das Eigenkapital haben wir auf 9,5 Millionen Euro plus 3 Millionen Erhöhungsoption streng limitiert. Wir werden diese überschaubare Tranche wohl in wenigen Wochen platziert haben und es nicht wie andere machen, die etwa zunächst nur ein paar Millionen einplanen, dann aber immer weiterplatzieren, um irgendwann einmal im hohen zweistelligen Millionenbereich zu landen. Das verletzt das Vertrauen der Anleger, die Planbarkeit und verhindert schnelle Investitionen. Wir werden mehrere Fonds unmittelbar nacheinander emittieren. Nur so wird das Kapital der Anleger umgehend investiert und arbeitet rentabel, statt für Monate auf einem Bankkonto unwirtschaftlich verzinst zu werden.
DAS INVESTMENT.com: Wobei der Fremdkapitalanteil bei Ihrem Fonds rund 82,5 Prozent des Gesamtvolumens ausmacht. Das ist ein starker Hebel fürs Eigenkapital, der in positive wie in negative Richtung wirken kann.

Hug: Zunächst einmal ist es in diesen Zeiten ein Zeichen für Solidität, wenn Sie Fremdkapital in dieser Größenordnung rein auf Basis des konkreten Projekts bekommen. Man muss wissen, dass zum Beispiel die Umweltbank bei der Finanzierung einer Photovoltaikanlage sich nicht dazu entscheidet, prozentual Fremdmittel zur Verfügung zu stellen, sondern eine feste Summe vergibt. Also hängt es von den Kosten im Moduleinkauf und für die Anlagenerstellung ab, wie attraktiv die Finanzierungsgestaltung des Fonds ist. Ein hoher Fremdkapitalanteil ist im Solarmarkt also ein objektiver Nachweis für einen kostengünstig konzipierten Fonds.

DAS INVESTMENT.com: Also wäre eine negative Hebelwirkung bei Ihrem Fonds nicht denkbar – etwa, wenn der nicht prospektgemäß läuft, der Kapitaldienst aber drückt?

Hug: Ob Sie einen Fonds mit 90 Prozent Investitionsquote und 75 Prozent Fremdkapital oder unseren mit knapp 98 Prozent Investitionsquote und 82,5 Prozent Fremdkapital nehmen, das macht doch in Bezug auf die Hebelwirkung keinen großen Unterschied. Der Unterschied liegt eher darin, dass Leonidas Associates mit den handelnden Personen eine im Solarfondsmarkt sonst nicht anzutreffende Expertise und Prognosesicherheit mitbringt.

DAS INVESTMENT.com: Inwiefern?

Hug: Bei uns gehören neben Investmentspezialisten, Wirtschaftswissenschaftlern und Juristen auch Ingenieure, Statiker und Dachdecker zum Team. Wir sind für institutionelle Photovoltaik-Investoren seit Jahren eine feste Größe. 2009 haben wir ein Anlagevolumen von mehr als 500 Megawatt für institutionelle Kunden geprüft und Investitionsentscheidungen unserer Klienten im dreistelligen Millionenbereich begleitet. Den Anspruch, den Institutionelle an das Fondskonzept haben, wollen wir auch für Privatanleger zugrunde legen. Seit dem vergangenen Jahr haben wir uns für diese Klientel geöffnet und sind mit einem Solarfonds gestartet, der in deutsche Anlagen investiert. Mit seinerTransparenz, niedrigen Kosten und mit 281 Prozent Gesamtausschüttungsprognose hat unser Deutschland-Fonds ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal.

DAS INVESTMENT.com: Sie rechnen beim Frankreich-Fonds laut Prospekt unter anderem eine Liquiditätsreserve in die Anschaffungs- und Herstellungskosten hinein, die aufs Eigenkapital bezogen bei 11 Prozent liegt. Wollen Sie daraus auch die Anfangsausschüttungen bedienen?

Hug: Nein, wir schütten ausschließlich aus produzierten Stromerträgen aus. Die Liquiditätsreserve bleibt während der gesamten Laufzeit erhalten. Sie dient lediglich der Planungssicherheit für die Anleger.

DAS INVESTMENT.com: Die geplante Laufzeit Ihres Frankreich-Fonds beträgt 20 Jahre, doch Sie sehen auch eine Ausstiegsoption nach 11 Jahren vor. Könnten zu diesem Zeitpunkt theoretisch alle Anleger ihre Anteile zurückgeben?

Hug: Ja, obwohl ich nicht annehme, dass dies der Fall sein wird. Die Gesamtausschüttung bei 20-jähriger Laufzeit haben wir mit 341 Prozent auf die Einlage geplant. Der nach 11 Jahren erreichte Anteil daran wird zu diesem Zeitpunkt 179 Prozent betragen. 98 Prozent werden dann ausgeschüttet sein, der Rest würde auf Wunsch ausgezahlt. Wenn Ihre Beteiligung gut läuft, werden die Anleger aber eher den Zweitmarkt als Exit wählen, weil dort mit Sicherheit dann noch lukrativere Kurse gezahlt werden. Ich rechne fest mit einem besseren als prospektierten Verlauf. Wir kalkulieren bei den Modulen eine Degradation von 0,4 Prozent jährlich. Unsere prospektierte Inflationsrate beträgt 0,3 Prozent. Und die Fremdkapitalzinsen sind mit 3,75 Prozent veranschlagt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unsere Ausschüttungsprognose um ein ganzes Stück toppen können.

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