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Gewerbeversicherung: Makler auf dem Vormarsch

Der vor Jahren noch sehr deutliche Akzeptanzvorsprung des Ausschließlichkeitsvertriebs ist aktuell auf nur noch fünf Prozentpunkte zusammengeschrumpft (48 gegenüber 43 Prozent). Dies zeigt der aktuelle „Gewerbekundenmonitor Assekuranz" des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGovPsychonomics, für den 1.800 Versicherungsentscheider aus Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern befragt wurden. Demnach wird der Maklervertrieb besonders häufig von den Branchen Einzelhandel, Kraftfahrzeughandel, Baugewerbe, Landverkehr und Gastgewerbe in Anspruch genommen (bis zu 60 Prozent). Versicherungsabschlüsse in Unternehmen basieren immer seltener auf eigener Initiative; der Anstoß erfolgt zunehmend von außen – aktuell zu 51 Prozent (2004: 40 Prozent). Insbesondere Maklerkunden verlassen sich dabei auf die Informations- und Beratungsaktivitäten der Vermittler (57 Prozent). Überdurchschnittlich stark auf Beratung angewiesen sind laut Studie vor allem das Gastgewerbe, der Einzelhandel, das Verlags- und Druckgewerbe sowie die Ernährungsindustrie. Neuabschlüsse und Stornorisiken rückläufig Insgesamt zeigt der Gewerbeversicherungsmarkt rückläufige Neuabschlusszahlen: Lediglich jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) schloss in den letzten zwei Jahren neue Gewerbeversicherungen ab. Damit fiel die Neuabschlussquote deutlich unter die Höchstwerte der Jahre 2004 und 2007 (je 31 Prozent) und sogar noch unter den bisherigen Tiefststand aus dem Jahr 2006 (26 Prozent). Das Stornorisiko liegt branchenübergreifend bei vier Prozent und hat sich verringert (2006: 6 Prozent; 2007: 5 Prozent). Einzelne Branchen, wie etwa das Baugewerbe, metallerzeugende und -verarbeitende Betriebe sowie landwirtschaftliche Unternehmen, weisen aktuell allerdings deutlich höhere Kündigungswahrscheinlichkeiten von bis zu acht Prozent auf. Allianz bleibt Marktführer Klarer Marktführer im Gewerbekundensegment mit bis zu 100 Mitarbeitern ist die Allianz mit 24 Prozent der Kundenbeziehungen; auf den Rängen zwei bis vier folgen wie bereits in den Vorjahren R+V, Axa und HDI-Gerling. Die am besten beurteilte Vertreter-Qualität weisen laut Studie die Provinzial, VGH, Signal-Iduna, Concordia und LVM auf. Die höchsten relativen Zuwachsraten hinsichtlich der Neuabschlüsse weisen Vertrauensschadenversicherungen auf, gefolgt von der Kfz-Sparte und den Kreditversicherungen. Bezogen auf den Gesamtmarkt werden Kredit- und Vertrauensschadenversicherungen allerdings immer noch vergleichsweise selten abgeschlossen (Abdeckung im Gesamtmarkt: 12 Prozent beziehungsweise 7 Prozent). Unzufriedenheit mit Schadenregulierung steigt Die Zufriedenheit gewerblicher Versicherungskunden mit der Qualität der Schadenregulierung der Versicherer hat gegenüber den Vorjahren abgenommen. Während 2006 noch rund zwei Drittel (64 Prozent) aller Schadenfälle aus Sicht der Geschäftskunden „ausgezeichnet" oder „sehr gut" reguliert wurden, waren dies 2008 nur noch gut die Hälfte (53 Prozent). In stärkerem Maße unzufrieden sind aber weiterhin nur sieben Prozent der Gewerbekunden. Zwischen den einzelnen untersuchten Gesellschaften bestehen hier allerdings sehr deutliche Unterschiede. Die Zahl der Schadenfälle selbst war 2008 insgesamt rückläufig. Der aktuelle „Gewerbekundenmonitor Assekuranz 2008" ist über die YouGovPsychonomics AG bestellbar (Gesamtumfang: 270 Seiten), darüber hinaus können spezifische Branchenreports bestellt werden. Weitere Information zur Studie Hintergrund: Der „Gewerbekundenmonitor Assekuranz" der YouGovPsychonomics untersucht seit 2004 jährlich die Entwicklungen im deutschen Gewerbeversicherungsmarkt. In 2008 konnten die Ergebnisse erstmals für rund 20 Branchen und 37 Unterbranchen differenziert werden. Neben Produktbesitz und Marktanteilen für 12 Sparten werden folgende Bereiche untersucht: Gewerbekundentypologie (Versicherungsmentalität: Kompetenz, Informationsverhalten, Entscheidungsstil), Kauf- und Kündigungsabsichten, Vertriebswegenutzung, Schadenerfahrung, Kundenbindung und Kundenzufriedenheit der 28 größten Versicherer im Gewerbekundensegment. Über den regelmäßigen Basisteil hinaus wurden die Schwerpunktthemen „Image der Versicherer im Gewerbekundenmarkt", „Versicherungsfremde Kontaktpunkte" und „Versicherungen und bAV" untersucht.

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