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Robert Halver zur Geldpolitik „Glaubt die EZB an temporäre Inflation? Wer‘s glaubt, wird selig“

EZB-Direktorin Isabel Schnabel
EZB-Direktorin Isabel Schnabel: Erhöhte Unsicherheit, was Geschwindigkeit und Umfang des Rückgangs der Inflation betrifft | Foto: Imago Images / Reiner Zensen

Die Inflation in Europa sprießt wie Unkraut, und der Wildwuchs geht noch weiter. Mittlerweile zeigen sich zwar einige Notenbanker inflationsverstimmt. Doch offiziell legt die EZB bislang ihre Hände in den Schoß und vermeidet jede Restriktion. Ihr Glaube an vorübergehende Inflation scheint aber wenig fest zu sein, eher vorgeschoben.

Noch mehr Inflation voraus

An der Inflationsfront sind vor allem die Produzentenpreise – also die Einstandskosten der Unternehmen – atemberaubend. Mit plus 16 Prozent zum Vorjahr sind sie spitze. In Deutschland liegen sie sogar nahe 20 Prozent. Solche Preisdaten waren in Deutschland zuletzt in den 50er Jahren, zur Zeit des Wirtschaftswunders, zu beobachten.

Produzenten- und Verbraucherpreisinflation in der Eurozone

Werden die Unternehmen diese Preissteigerungen an die Verbraucher weitergeben, um ihre Gewinnmargen zu schonen? Das geht nicht eins zu eins, denn dann würden die Konsumenten zur Konkurrenz oder in Fastenzeit gehen. Aber wenn die Weitergabe auch nur ein bisschen klappen würde, wären zweistellige deutsche Inflationsraten nicht auszuschließen.

Mittlerweile reagieren immer mehr Notenbanker verschnupft auf die schlechte Inflationsgroßwetterlage. EZB-Direktorin Isabel Schnabel meinte kürzlich, es sei zwar plausibel, dass die Teuerungsrate im Euroraum mittelfristig wieder unter das 2-Prozent-Ziel fallen werde. Doch habe sich die Unsicherheit erhöht, was Geschwindigkeit und Umfang des Rückgangs betreffe. Ebenso gehe sie davon aus, dass die Inflationsprognose der EZB für 2022 nach oben revidiert werde.

Am Ende wird alles gut und wenn es noch nicht gut ist, sind wir auch noch nicht am End

Natürlich will Frau Schnabel als deutsche Vertreterin bei der EZB die Fahne der Geldwertstabilität hochhalten. Dies gilt umso mehr, als mit Jens Weidmann Ende 2021 einer der letzten Stabilitäts-Lotsen von Bord der MS EZB geht. Es soll auch nicht im Entferntesten das Gerücht aufkommen, die Bundesbank würde zum Taubenschlag.

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