Themen
TopThemen
Fonds
Fondsanalyse
Mediathek
Märkte
Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender Finanz-Charts Globale Märkte Krypto-Kurse (in Echtzeit) Währungen (in Echtzeit)

Griechenland

Goldman Sachs beurteilt Samaras’ Wahlchancen günstiger als die Demoskopen

//
Ein für die Vorhersage von Wahlergebnissen entwickeltes Modell der Investmentbank - basierend auf konjunkturellen Entwicklungen - bescheinigt Ministerpräsident Antonis Samaras bessere Chancen auf eine Wiederwahl als die Umfragen, nach denen ihm beim Urnengang am 25. Januar eine Niederlage bevorsteht.

Auch die Wahlaussichten von Samaras’ Amtskollegen in Großbritannien und Spanien, David Cameron und Mariano Rajoy, beurteilt Goldman Sachs günstiger als die Demoskopen.

Alle drei Amtsinhaber werden von den jüngsten Rückgängen bei Arbeitslosigkeit und Inflation profitieren, argumentiert der in London tätige Goldman Sachs-Volkswirt Lasse Holboell W. Nielsen, ein ehemaliger Offizieller des dänischen Finanzministeriums.

Nielsen untersuchte, in welchem Zusammenhang wirtschaftliche Entwicklungen mit den Wiederwahlaussichten von Amtsinhabern stehen. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Beurteilung der Konjunktur im eigenen Land den stärksten Einfluss auf die Wahlentscheidung der Bürger ausübt. Steigende Löhne, eine niedrigere Inflation und ein Rückgang der Arbeitslosigkeit - alle genannten Faktoren steigern demnach die Wahlchancen einer Regierung.

Verschwenderischer Umgang mit Haushaltsmitteln nützt Nielsen zufolge Amtsinhabern hingegen wenig. Eine Reform des Arbeitsmarkts könne die Aussichten auf eine neue Amtszeit zwar schmälern, allerdings nur in geringem Umfang.

Angesichts der zurückweichenden Rezession “sprechen die wirtschaftlichen Umstände bei allen in Europa in diesem Jahr anstehenden Wahlen für eine etwas überdurchschnittliche Wahrscheinlichkeit der Wiederwahl von Regierungen”, schrieb Nielsen in einer Studie.

Für sechs europäische Länder, in denen in diesem Jahr Wahlen kommen - Dänemark, Finnland, Griechenland, Portugal, Spanien und Großbritannien - sieht Nielsen im Durchschnitt eine Wahrscheinlichkeit von 58 Prozent für die Wiederwahl der bestehenden Regierung.

Über diesem Durchschnittswert stehen die Wiederwahlchancen im Modell für den britischen Premierminister Cameron, obwohl dieser derzeit in den Umfragen hinter der Labour-Opposition liegt, sowie für die dänische Regierungschefin Helle Thorning- Schmidt.

Samaras hat nach Nielsens Modell eine Chance von etwa 43 Prozent auf eine Wiederwahl. Seine Partei, die Nea Dimokratia, kommt in einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage auf 27 Prozent - 3 Prozent weniger als die oppositionelle Syriza- Partei.

Mehr zum Thema
Auf dem absteigenden Ast
Sorgen um Griechenland: Europas Börsen brechen ein
Dabeisein ist alles
Das gefährliche Spiel mit dem griechischen Feuer
Präsidentenwahl gescheitert
Was die Neuwahlen in Griechenland für die Eurozone bedeuten
nach oben