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Holger Schmitz

Holger Schmitz

Holger Schmitz über den Schweizer Franken

„Ich wundere mich, dass der Mindestkurs erst jetzt gefallen ist“

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Für viele von DAS INVESTMENT.com befragten Experten kam die Franken-Freigabe durch die Schweizer Nationalbank (SNB) überraschend. Aber nicht für Holger Schmitz. Warum er die Maßnahme bereits seit Jahren erwartet und was er Anlegern raten würde.

DAS INVESTMENT.com: Hat Sie die SNB-Entscheidung, die 2011 eingeführte Bindung des Franken an den Euro aufzugeben, überrascht?

Ich wundere mich sehr, dass der Mindestkurs erst jetzt gefallen ist. Ich hatte schon ein Jahr nach dessen Einführung ein Zurücknehmen oder zumindest eine Reduktion durch die Schweizer Notenbank erwartet.

Was erwarten Sie kurz- bis mittelfristig für den Schweizer Franken?

Der Franken wertet massiv auf, da haben auch Negativzinsen auf Konten von Geschäftsbanken in der Schweiz mit einem Mindestguthaben von zehn Millionen Schweizer Franken keine Auswirkung. Jetzt bleibt abzuwarten, was zuerst eingeführt wird. Entweder noch höhere Minuszinsen oder eine Reduzierung des Freibetrages. Grundsätzlich bleiben der Schweizer Franken und die Schweiz jedoch attraktiv, auch wenn einige Ökonomen nach neuesten Berechnungen von einem geringeren Wirtschaftswachstum ausgehen. Die Arbeitslosigkeit liegt mit drei Prozent weiter deutlich unter der anderer Länder. Internationale Anleger kaufen daher lieber weiter aufwertungsverdächtige Franken als zur Schwäche neigende Euro.

Welche Entwicklung sehen Sie für Rohstoffe wie Gold und Öl?

Der Goldpreis ist und bleibt attraktiv. Die Anleger suchen nach soliden Investments wie Gold, aber auch dem Schweizer Franken. Denn rückblickend betrachtet ist 2014 der Goldpreis in Dollar zwar gefallen, in Schweizer Franken jedoch gestiegen. Der Goldpreisanstieg ist daher mehr als nur der Blick in die Kristallkugel, sondern eine ernstzunehmende Wahrheit. Der Ölpreis hingegen lässt sich schwer vorhersagen, da er sich eher aus der politischen Debatte heraus entwickelt.

Wie sieht Ihre Einschätzung für das Verhältnis von Euro zu Dollar aus?

Nach der Abschaffung des Mindestkurses von 1,20 Franken je Euro ist der Euro-Kurs natürlich in riesige Turbulenzen geraten. Allein innerhalb der ersten Stunde ist der Euro gegenüber dem Franken um etwa 30 Prozent gefallen. Dennoch: Beide Währungen, Euro und Dollar, sind im Vergleich zu soliden Währungen wie dem Schweizer Franken schwach, eine nähere Betrachtung des Wechselkurses Euro-Dollar lohnt nicht.

Was bedeutet die Franken-Aufwertung für Anleger?

Die Aufwertung des Franken fördert Investitionen in Realwerte. Die sinnvollste Anlage in 2015 sind daher Aktien und Aktienfonds. Die Gründe sehe ich in der robusten Konjunktur der USA, den sich aufhellenden Daten aus Europa und auch im rasant gefallenen Ölpreis. Gerade der Ölpreis treibt die Firmengewinne an. Zudem sind Aktienanleger unabhängiger von den Zentralbankentscheidungen und müssen sich nicht darüber den Kopf zerbrechen, ob wir nun eine Inflation oder eine Deflation erwarten.

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