Ausstellungsstück am Stand von Huawei auf der World 5G Convention in Guangzhou Foto: imago images / VCG

Befehl aus dem Weißen Haus

Indexanbieter löschen China-Aktien aus Indizes

Drei US-amerikanische Indexanbieter werfen chinesische Aktien aus einigen ihrer Indizes. Grund dafür ist ein Erlass von Noch-US-Präsident Donald Trump. Demnach dürfen Amerikaner ab 11. Januar 2021 nicht mehr mit Aktien chinesischer Unternehmen handeln, die für die chinesische Armee arbeiten. Auf der Liste stehen 31 Titel, unter anderem Huawei, China Mobile und der Spezialist für Überwachungstechnik, Hikvision.

Inzwischen haben drei Indexanbieter aus den USA reagiert. Und das betrifft wiederum Anleger nicht nur in den Vereinigten Staaten, schließlich bilden die Indizes auch in anderen Ländern die Grundlage für börsengehandelte Indexfonds (ETFs).

Bereits Anfang Dezember kündigte FTSE Russell an, die Serie für globale Aktienindizes (FTSE Global Equity Index Series, GEIS) per 21. Dezember 2020 entsprechend zu trimmen. Ebenso betroffen seien alle davon abgeleiteten Indizes und die FTSE-China-A-Inclusion-Indizes. Die gesamte Liste gibt es hier.

Für deutsche ETF-Anleger dürfte das nicht allzu viel bedeuten. Die globalen FTSE-Indizes sind nicht sonderlich weit verbreitet. Den FTSE Emerging Markets und den FTSE All-World bildet beispielsweise mit Vanguard nur ein einziger Anbieter mit je einem Fonds ab (Quelle: Justetf.com).

Kurze Zeit später handelte auch Konkurrent S&P Dow Jones Indices und durchkämmte alle seine Aktienindizes. Auch diese Maßnahme gilt seit 21. Dezember. Die Schnittmenge mit dem deutschen ETF-Markt ist augenscheinlich ebenfalls gering. Eines der wenigen Beispiele ist der S&P China 500, den in Deutschland der ETF-Anbieter Wisdom-Tree abbildet (LU1440654330).

Außerdem geht S&P Dow Jones seine Anleihe-Indizes durch und löscht die Anleihen betroffener Unternehmen. Hiervon ist allerdings kein einziger in Deutschland zugelassener ETF betroffen. Die Liste aller veränderten S&P- und Dow-Jones-Indizes können Sie hier herunterladen.

Und schließlich meldete sich auch MSCI und verbannt betroffene chinesische Werte aus seiner Index-Serie „Global Investable Market Indexes“ (GIMI) und einigen weiteren Indizes. Die gesamte Liste können Sie hier herunterladen. Darin tauchen viele All-Country-World-, Emerging-Market- und China-Indizes auf.

Und das dürfte deutsche ETF-Anleger am stärksten berühren. Schließlich ist MSCI bei Welt- und Schwellenländerindizes das Maß aller Dinge. Den MSCI Emerging Markets haben immerhin neun ETF-Anbieter in ihrem Produktregal. Eine andere Frage ist, ob man die gelöschten China-Werte überhaupt bemerkt. Laut MSCI machen sie beispielsweise im MSCI ACWI IMI Index nur 0,04 Prozent und im MSCI EM IMI Index 0,28 Prozent aus.

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