: Jahressteuergesetz 2009: Steueroptimierte Geldmarktfonds adé

Jahressteuergesetz 2009: Steueroptimierte Geldmarktfonds adé

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Ein Verkauf ist also voll steuerpflichtig. Wer bereits vor dem 19. September 2008 gekauft hat, kann sich mit dem Verkauf noch etwas Zeit lassen. Bis zum 10. Januar 2011 bleiben die realisierten Kursgewinne steuerfrei, soweit der Fonds mindestens ein Jahr gehalten wurde.

Ein Geldmarktfonds gilt für den Gesetzgeber als steuerorientiert, wenn die Anlagepolitik des Fonds darauf ausgerichtet ist, eine Geldmarktrendite zu erzielen und die vom Fonds erzielten Wertpapier- und Termingeschäftsgewinne nach Verlustverrechnung und vor Aufwandsrechnung die ordentlichen Erträge (das sind hier vor allem Zinsen) gemäß dem Jahresbericht des letzten vor dem September 2008 endenden Geschäftsjahres übersteigen.

Mit der Neuregelung ist die Bundesregierung der Anfrage des Bundesrats nachgekommen, die Bestandsschutzregelung von steueroptimierten Geldmarktfonds zu überprüfen. Die Befürchtungen des Fondsverbands BVI, dass eventuell auch steueroptimierte Rentenfonds unter den verkürzten Bestandsschutz fallen, haben sich nicht bewahrheitet.

Neuregelungen gibt es ebenfalls für Zertifikatefonds beziehungsweise für alle Fonds, die auch in Zertifikate investieren. Werden auf Fondsebene Gewinne aus dem Verkauf von Vollrisikozertifikaten erzielt, werden diese zu den ausschüttungsgleichen Erträgen gezählt – und unterliegen damit der Abgeltungssteuer. Die Regelung gilt nicht für Zertifikate, die den Kurs einer Aktie oder eines Index eins zu eins abbilden. Betroffen sind also strukturierte Produkte wie Discount- oder Bonuszertifikate. Verkaufsgewinne aus Zertifikaten, die der Fondsmanager vor dem 1. Januar 2009 gekauft hat, bleiben steuerfrei.

Den Kampf um steuerbegünstigte Fondssparpläne hat der BVI zunächst verloren, sie finden sich nicht im Gesetz. Der Fondsverband will jedoch seine Pläne nicht aufgeben, für langfristige Fondssparpläne eine steuerliche Gleichstellung mit Lebensversicherungen zu erzielen.

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