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Kampf der Giganten: Sinn gegen Bofinger

Lieferten sich ein fetziges Duell: Ifo-Chef Hans-Werner Sinn (links) und Wirtschaftsweiser Peter Bofinger (rechts). In der Mitte ist Moderator Hans Heuser, Chefredakteur Fondsprofessionell (Foto: DAS INVESTMENT.com)

Lieferten sich ein fetziges Duell: Ifo-Chef Hans-Werner Sinn (links) und Wirtschaftsweiser Peter Bofinger (rechts). In der Mitte ist Moderator Hans Heuser, Chefredakteur Fondsprofessionell (Foto: DAS INVESTMENT.com)

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Schon ihre Körpersprache könnte nicht gegensätzlicher sein. Der eine tiefenentspannt zurückgelehnt, die Beine übereinandergeschlagen. Der andere immer mal in Krawallposition, die Beine aufgestellt, den Körper leicht nach vorn gebeugt. Der eine spricht wie ein geduldiger Erzieher, der es seinen Kindern wieder und wieder und noch einmal ganz in Ruhe erklärt. Der andere spricht beinahe beschwörend, manchmal trotzig, irgendwie aufgedreht.

Der eine heißt Hans-Werner Sinn und leitet das Münchner Ifo-Institut. Der andere heiße Peter Bofinger und ist Wirtschaftsweiser. Beide sind verdiente Volkswirte, quasi Ökonomie-Giganten (O-Ton Moderator Hans Heuser), und diskutieren über Wohl und Weh der Eurozone. Es ist Donnerstag, 9 Uhr auf dem Fondskongress 2013 in Mannheim.

"Draghi hat alles richtig gemacht"

Gleich zu Beginn verkehrte Welt: Sinn spielt den Optimisten. „Ja, es geht in Deutschland aufwärts“, sagt er. Wie bitte? Zeigen nicht Frühindikatoren nach unten? Bricht nicht rund um Deutschland gerade alles weg? „Die Binnennachfrage ist stark, die Bauaufträge sind hoch, und der Ifo-Index zeigt nach oben.“ Ach so, der Stimmungsindex aus seinem eigenen Haus. Na dann.

Bofinger hält dagegen. „Das Umfeld ist alles andere als günstig. Die Binnennachfrage ist per Saldo im vergangenen Jahr geschrumpft. Und die Fiskalpolitik bremst zusätzlich“, sagt er. Heißt also: 2013 wird wirtschaftlich nicht allzu dolle. Die erste Meinungsverschiedenheit. Na prima.

Was passiert mit dem Euro, fragt der Moderator, der als eine Art Isolator zwischen beiden sitzt. Und eine Frage nach dem Euro ist immer auch eine Frage nach dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Der hat im Sommer angekündigt, den Euro zu retten, koste es was es wolle. Notfalls wolle er mit der EZB die Anleihen südeuropäischer Länder aufkaufen, bevor diese Bankrott gingen.

Bofinger: „Er hat alles richtig gemacht. Eine klare Ansage, die die Märkte beruhigt hat. Es ist aber eine trügerische Ruhe, wir warten erst auf eine Trendwende der Realwirtschaft.“