KIIDs

Fondskäufer ignorieren Beipackzettel

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Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Investmentgesellschaften Anlegern beim Fondskauf die Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID), umgangssprachlich auch Beipackzettel genannt, mitgeben müssen. Doch nur die Wenigsten Fondskäufer lesen diese Informationsblätter. Das fanden ergo Kommunikation, finanzen.net und fundinfo heraus. Dabei haben sie rund 1.000 Privatanleger und institutionelle Investoren befragt.

Demnach sind für 57 Prozent der Privatanleger und 61 Prozent der professionellen Investoren von den Fondsgesellschaften gestaltete und veröffentlichte Factsheets „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“, wenn sie Entscheidungen über den Kauf oder Verkauf eines Fonds treffen. Den seit dem Jahr 2011 eingeführten Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) messen hingegen nur 41 Prozent der Privatanleger und 49 Prozent der professionellen Investoren große oder sehr große Bedeutung bei.

Noch schlechter sieht es für die ausführlichen Wertpapierprospekte aus, die Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVG) für ihre Fonds erstellen müssen. Diese halten lediglich 22 Prozent der Privatanleger und 42 Prozent der Profis für „wichtig“ oder „sehr wichtig“.

Außerdem gibt die Befragung eine Antwort auf die Frage, welche Informationen Anlegern am wichtigsten sind. So halten 79 Prozent der befragten Privatanleger und 74 Prozent der professionellen Investoren Angaben zu Kosten und Gebühren für mindestens „wichtig“. Ähnlich groß war der Bedarf an Informationen zu Kursen und historischen Performances: 75 Prozent der Privatanleger und 73 Prozent der Profis gaben an, diese Informationen seien „wichtig“ oder „sehr wichtig“.

Vor allem für professionelle Anleger sind zudem allgemeine Angaben zur Fondsgesellschaft von großer Bedeutung – 69 Prozent der Profis halten derartige Informationen für wenigstens „wichtig“ (Privatanleger: 51 Prozent).

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