Loveparade-Katastrophe: Entschädigungsfrage immer noch nicht geklärt
Zahlungspflichtig sind das Land Nordrhein-Westfallen (NRW) und die Stadt Duisburg, wo die Massenveranstaltung stattfand, sowie der Versicherungskonzern Axa. Der Lopavent-Chef Rainer Schaller, dem auch die Fitness-Kette McFit gehört, hatte bei Axa eine Veranstalterhaftpflichtversicherung für die Technoparade abgeschlossen. Die Deckungssumme liegt bei 7,5 Millionen Euro. Alle Ansprüche, die über diese Summe hinausgehen, muss Lopavent selbst tragen. Die geringe Deckungssumme hatte bereits im Juli heftige Reaktionen bei DAS INVESTMENT.com-Lesern und Versicherungsrechts-Experten ausgelöst.
„Wir haben ein hohes Interesse, jetzt sehr schnell mit Stadt und Land eine Lösung zu erreichen", erklärte ein Axa-Sprecher gegenüber „Spiegel“. Wie diese Lösung aussehen wird und zu welchen Teilen sich alle Verantwortlichen und die Versicherung an den Entschädigungen beteiligen, ist jedoch noch unklar.
„Spiegel“ berichtet von insgesamt 258 Opfern und Angehörigen, die bislang Ansprüche auf Schmerzensgeld bei der Axa und der Stadt Duisburg gemeldet haben. Die meisten Forderungen liegen laut „Spiegel“ zwischen 1.000 und 15.000 Euro. In Einzelfällen soll es aber auch um sechsstellige Summen gegangen sein.
Wesentlich offener gibt sich das Land NRW, wenn es um Gedenkveranstaltungen für die Opfer geht. Die Landesregierung gab in den vergangenen Tagen bekannt, am Jahrestag der Tragödie eine Gedenkveranstaltung für die Opfer zu organisieren. Am gestrigen Mittwochabend fand bereits eine Andacht in der Duisburger Salvatorkirche statt. Dabei traten 150 jugendliche Künstler aus der Rhein-Ruhr-Region auf - darunter auch einige Angehörige von Opfern der Loveparade-Katastrophe.
Die Veranstaltung wurde von einer Musiklehrerin initiiert, deren Sohn die Massenpanik am 24. Juli 2010 unverletzt überlebt hatte.
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