Aktualisiert am 01.11.2010 - 16:26 UhrLesedauer: 3 Minuten

Macquarie Oppenheim: 50.000 Zertifikate bis Ende 2011

Rupertus Rothenhäuser, Geschäftsführer für den<br/>europäischen Vertrieb bei Macquarie Oppenheim
Rupertus Rothenhäuser, Geschäftsführer für den
europäischen Vertrieb bei Macquarie Oppenheim
DAS INVESTMENT.com: Was wird Macquarie von der alten Sal. Oppenheim unterscheiden?

Rupertus Rothenhäuser: Sal. Oppenheim war sehr fest im Geschäft mit klassischen Investmentzertifikaten verwurzelt. Ein Großteil des Angebots bestand aus Aktienanleihen. In der Blüte des Marktes hatte Sal. Oppenheim rund 28.000 Zertifikate auf dem Markt.

Unser Angebot wird deutlich größer werden. Bis Ende 2011 wollen wir 50.000 Papiere im Angebot haben. Wenn ich früher ein Zertifikat oder einen Basiswert gesucht habe, bin ich immer sofort zu ABN Amro. Wenn die es nicht hatten, hatte es keiner. Eine ähnlich große Palette bei Basiswerten und Strukturen streben wir bei Macquarie an.

DAS INVESTMENT.com: Ist bei über 40 Emittenten noch Platz für einen Aufbruch ins Massengeschäft?

Rothenhäuser: Natürlich, es ist sogar recht einfach. Auch im zwanzigsten Jahr des Zertifikats gibt es noch genügend Nischen und Räume, um mit Service und einem breiten Marktzugang zu punkten.

DAS INVESTMENT.com: Welche Schwerpunkte wollen Sie mit Macquarie setzen?

Rothenhäuser: Wir haben ein erstklassiges Research im Rohstoffbereich und im Geschäft mit asiatischen Titeln. Von diesem Wissen werden wir natürlich Gebrauch machen. Ich bin ein großer Fan der Emerging Markets und wir wollen Investoren überzeugen.

Der deutsche Anleger glaubt an Asien als Wachstumsregion, kauft aber lieber deutsche Standardwerte. Hier sehen wir eine große Chance, denn noch sind die Spannen für An- und Verkauf asiatischer Basiswerte unverhältnismäßig breit. Unser Geschäftsmodell kann das ändern, sodass ein liquider Handel auch dann möglich ist, wenn die Börsen in Asien geschlossen sind.   

DAS INVESTMENT.com: Werden Rohstoff-Zertifikate mit physischen Metallen hinterlegt?

Rothenhäuser: Ja, das ist geplant, und wir werden dazu interessante Kooperationen eingehen. Allerdings nicht vor dem vierten Quartal. Generell wollen wir alle Investitionsmöglichkeiten abdecken. Dazu gehören eben auch Zertifikate mit physischer Hinterlegung des Basiswertes. Nicht nur Rohstoffe. 

DAS INVESTMENT.com: Wer Macquarie etwas kennt, verbindet das Unternehmen mit Beteiligungen an Infrastrukturprojekten und sieht es als großes australisches Finanzhaus, weniger als Anbieter im breiten Publikumsmarkt.

Rothenhäuser: Was Macquarie aber durchaus ist. In Asien ist Macquarie seit vielen Jahren ein führender Anbieter von Zertifikaten im Publikumsmarkt. Auf dem deutschen Markt müssen wir uns natürlich erst einen Ruf erarbeiten.

Die Zeit dazu ist jedoch ideal, weil der Markt uns in die Hände spielt. Die einen malen für die Weltwirtschaft ein Horrorszenario, die anderen sind sehr optimistisch und sehen die niedrigen Zinsen als Treiber für die Aktienmärkte. Ein Zustand zwischen Jammern und Jubeln ist für die Konstruktion attraktiver Papiere das Beste, was passieren kann. 

DAS INVESTMENT.com: Was hat die Derivatebranche aus der Finanzkrise und dem Vertrauensverlust gelernt?

Rothenhäuser: Die Branche ist transparenter geworden, und es findet deutlich mehr Kommunikation mit dem Kunden statt. Produktflyer und Broschüren sind anschaulicher und verständlicher geworden.

DAS INVESTMENT.com: Besitzen Sie schon Macquarie-Zertifikate?

Rothenhäuser: Natürlich. Ich habe das neue Express-Zertifikat auf den Eurostoxx 50 gezeichnet. Sehr interessant mit bis zu 3 Prozent Zinsen pro Quartal.
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