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Märkte nach US-Wahl Robeco: „Trump und die Folgen: Das erwartet Aktien- und Rentenanleger“

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Phasenweise stärkere Volatilität möglich, USA weniger dominant

Wenn sich der Markt erst einmal wieder auf die Fundamentaldaten konzentriert, rechnen wir damit, dass sich die Volatilität an den meisten Börsen der Schwellenländer wieder legt. Dessen ungeachtet wird es aber in Zukunft wahrscheinlich phasenweise zu einem Anstieg der Volatilität und Kursausschlägen am Markt kommen, wenn Trump sich aggressiv zur Außenpolitik äußert oder die von ihm geführte Regierung Schritte in Richtung verstärkten Protektionismus unternimmt. Trotz der protektionistischen Haltung der neuen Regierung – Trump ist gegen die Trans-Pacific-Partnership und will die Einfuhrzölle für chinesische Waren erhöhen – dürfte eine Normalisierung in den meisten Schwellenländern zu erwarten ist. Dafür spricht, dass die USA als Handelspartner oder Investor nicht so dominant sind, wie man meinen könnte. Hinzu kommt, dass die Bedeutung von Direktinvestitionen aus den USA in die Schwellenländer bereits seit der Zeit vor der globalen Finanzkrise erheblich abgenommen hat.

Mexiko längerfristig unter Druck

Eine Ausnahme stellt Mexiko da, das weit stärker auf die USA als Handelspartner und Investor sowie als Zielland für seine Wanderarbeiter angewiesen ist. Wenn die von Trump geführte Regierung an ihren Wahlkampfaussagen festhält und die NAFTA-Vereinbarung neu verhandelt oder aus ihr aussteigt sowie alle nicht registrierten Einwanderer in den USA abschiebt, könnte die mexikanische Wirtschaft erheblichen Schaden erleiden. Exporte in die USA machen rund 28 Prozent des mexikanischen Bruttoinlandsprodukts aus und auf US-Direktinvestitionen entfallen 1,4 Prozent sowie auf Geldüberweisungen von US-Bankkonten rund 2,1 Prozent.

Angesichts dieser Tatsachen dürfte der Sieg Trumps an den Märkten als verheerend für das lateinamerikanische Land angesehen werden. Die Auswirkungen auf die Währung und den Aktienmarkt Mexikos werden von längerer Dauer sein. Trump hat angedeutet, dass er neben der NAFTA-Vereinbarung auch andere Handelsabkommen revidieren möchte. In Lateinamerika wären davon die Länder Peru und Kolumbien betroffen, die beide Freihandelsabkommen mit den USA geschlossen haben.

Ausstieg aus dem NAFTA-Abkommens hätte fundamentale Konsequenzen

Ein Ausstieg aus dem NAFTA-Abkommen und anderen Vereinbarungen hätte fundamentale Konsequenzen für Mexiko und würde auch die Anden-Staaten in Aufruhr versetzen. Dagegen könnten protektionistische Maßnahmen einer Regierung Trump im Fall anderer Schwellenländer durch die Fokussierung amerikanischer Unternehmen auf ihre Gewinne bis zu einem gewissen Grad kompensiert werden. Der Grund dafür ist die gegenüber den USA verbesserte Wettbewerbsfähigkeit in punkto Arbeitskosten.

Trump hat einen Anstieg der auf Bundesebene gezahlten Mindestlöhne in den USA um 38 Prozent versprochen. Zwar gelten die Mindestlöhne auf Bundesebene nur für eine geringe Zahl von Arbeitnehmern, doch ist ein entsprechender Anstieg der Mindestlöhne in einigen Bundesstaaten wahrscheinlich. Zudem wäre der Lohnanstieg im Fall der Verwirklichung von Trumps Plänen mit einem Verlust an Niedriglohntätigkeiten verbunden, wenn die nicht registrierten Arbeitsmigranten, die schätzungsweise 7 Prozent der Arbeitskräfte in den USA insgesamt ausmachen, ausgewiesen würden. Zu einem beschleunigten Lohnanstieg wird es auch kommen, wenn die Zahl der Einwanderer insgesamt, auf die 17 Prozent der US-Beschäftigten entfallen, durch eine erschwerte Visa-Vergabe reduziert würde. Dies könnte einige US-Exportunternehmen dazu veranlassen, ihre Produktion ins Ausland zu verlegen.

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