Mainfirst-Fondsmanager im Interview „Wir wollen familiengeführte Unternehmen ins Portfolio holen“

Thomas Meier ist Dividendenspezialist und managt bei Mainfirst die Fonds Global Dividend Stars und Euro Value Stars. | © Mainfirst

Thomas Meier ist Dividendenspezialist und managt bei Mainfirst die Fonds Global Dividend Stars und Euro Value Stars. Foto: Mainfirst

DAS INVESTMENT: In den zurückliegenden Jahren schnitten Dividendenfonds schwächer als offensive Strategien ab. Wo lagen die Ursachen?

Thomas Meier: Das Abschneiden von Dividendenfonds lässt sich durch Marktkorrekturen erklären. Insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 konnten sie sich diesen nicht entziehen. Zentralen Einfluss haben politische Entwicklungen. Beispielsweise der Handelskonflikt zwischen China und den USA, infolge dessen möglicher Eskalation der Kapitalmarkt eine defensivere Ausrichtung vollzogen hat. Oder der drohende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Gemeinsam mit allgemein abkühlenden Wachstumsraten haben diese politischen Störfeuer branchenübergreifend Unternehmen negativ beeinflusst. Insbesondere jedoch zyklische und exportorientierte Unternehmen. 

Wie werden Dividendenfonds 2019 abschneiden?

Meier: Wir gehen davon aus, dass Dividendenfonds im Jahr 2019 besser abschneiden werden als im vorherigen Jahr. Die Marktkorrektur der zweiten Jahreshälfte 2018 ist vorbei, und insgesamt hatte der Kapitalmarkt aus Rezessionsängsten überreagiert. Denn tatsächlich handelte es sich eher um eine Konjunkturabkühlung als um einen Absturz. Grund für das Abschneiden 2018 war auch ein überproportionaler Abverkauf bei Zyklikern sowie klein- und mittelgroßkapitalisierten Unternehmen.

Was spricht generell für Dividendenfonds?

Meier: Besonders im Niedrigzinsumfeld bieten sich Dividendenfonds an. In Zeiten niedriger oder gar negativer Renditen können Dividendenausschüttungen den Anlegern fortlaufende Erträge bieten.

Ihr Mainfirst Global Dividend Stars verlor 2016 und 2018 deutlich mehr an Wert als der MSCI World High Dividend Yield. Woran liegt das?

Meier: Der Mainfirst Global Dividend Stars hat strukturell einen hohen Anteil von klein- und mittelgroßkapitalisierten Unternehmen, welche in Korrekturphasen überproportional stark abverkauft werden. Außerdem ist Europa, welches über eine Vielzahl von zyklischen, exportorientierten Unternehmen verfügt, übergewichtet. Insbesondere diese leiden unter politischen Störfeuern. Daher haben uns die schwierigen Marktphasen auch stärker getroffen. Zur Erinnerung: Im Zuge des Hard Landing der chinesischen Konjunktur im ersten Quartal 2016 und des Handelskonfliktes zwischen China und den USA im vierten Quartal 2018 kam es zu Rezessionsängsten und einer starken Marktkorrektur.

Was werden Sie nun ändern?

Meier: Unser Ziel ist eine konsistente Auslegung der Anlagestrategie über unterschiedliche Marktphasen hinweg. Im aktuellen Umfeld werden wir sogar noch stärker bei klein- und mittelgroßorientierten Unternehmen zukaufen, da diese besonders hart von Abverkäufen betroffen waren – das sorgt für attraktive Bewertungen.