Mark Mobius, Franklin Templeton

Mark Mobius, Franklin Templeton

Mark Mobius: „Die Liquidität in den Frontier Markets wird dramatisch zunehmen“

DAS INVESTMENT.com: 2009 blieb der MSCI Frontier Markets fast 70 Prozentpunkte hinter dem MSCI Emerging Markets zurück, seit Januar liegt er mit 8 Punkten in Front. Der Beginn einer Trendwende?

Mark Mobius
: Bis vor kurzem haben sich die Kapitalströme auf die größeren Schwellenländer konzentriert – vor allem auf Brasilien, Russland, Indien und China. Mittlerweile erkennen jedoch immer mehr Investoren, dass in Ländern wie Nigeria, Vietnam oder auch Kasachstan Aktien deutlich preiswerter sind. Die Nachfrage steigt also, und dieses Interesse könnte in der Tat noch eine ganze Weile anhalten.

DAS INVESTMENT.com: Welche Folgen hat das für die Liquidität dieser Märkte?

Mobius: Die meisten Börsen der Region sind ziemlich klein, deshalb können bereits geringe Zuflüsse die Kurse sehr schnell nach oben treiben. Mittel- bis langfristig wird die Liquidität allerdings dramatisch zunehmen, und einige Frontier Markets werden sich zu ausgewachsenen Emerging Markets entwickeln.

DAS INVESTMENT.com
: Wo sind Sie mit dem Templeton Frontier Markets derzeit besonders prominent vertreten?

Mobius: Um die Risiken breit zu streuen, halten wir Beteiligungen in insgesamt 30 verschiedenen Ländern. Übergewichtet sind wir außer in Nigeria, Vietnam und Kasachstan unter anderem in Katar, Ägypten und der Ukraine.

DAS INVESTMENT.com
: Wie viel Frontier Markets verträgt ein Privatanleger?

Mobius: Das kommt auf die Risikobereitschaft und den Anlagehorizont an. Bei 15 oder 20 Jahren dürfen es aber ruhig 50 Prozent des Portfolios sein. Der Rest gehört dann in einen klassischen Emerging-Markets-Fonds.

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