Mehr als nur Risikomanagement Fremdwährungen werten Portfolios strukturell auf

Vietnamesische Dong-Banknoten: Hochzinswährungen aus den Schwellenländern haben Anlegern bislang attraktive risikoadjustierte Renditen beschert. | © Getty Images

Vietnamesische Dong-Banknoten: Hochzinswährungen aus den Schwellenländern haben Anlegern bislang attraktive risikoadjustierte Renditen beschert. Foto: Getty Images

Die Meinungen über die Währungsabsicherung gehen weit auseinander, und auch das Gesamtengagement, die Risikobereitschaft und der Überzeugungsgrad spielen dabei eine Rolle. Unseres Erachtens sollten Anleger ihr Fremdwährungsexposure und ihre Absicherungsentscheidungen aber im Kontext ihres Gesamtportfolios betrachten – und nicht nur auf Basis der jeweiligen Anlageklasse.

Das Fremdwährungsengagement kann dabei auf verschiedenen Wegen das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios verbessern. Es trägt ganz grundsätzlich zu einer stärkeren Diversifikation des Portfolios bei, kann zudem als Absicherung gegen Extremrisiken (Tail Risks) dienen und zudem für höhere Renditen sorgen.

Risikoschutz

Ein Exposure in als sichere Häfen geltenden Währungen wie dem US-Dollar, dem Japanischen Yen und dem Schweizer Franken trägt bei Marktrückgängen normalerweise zur Risikominderung bei. Des Weiteren kann das Fremdwährungsexposure einen unmittelbaren Schutz vor spezifischen Risiken der Eurozone bieten.

Eine Kostprobe dessen erhielten Anleger erst vor wenigen Wochen: Ende April sank der Euro als Folge zunehmender Sorgen um die europäische Konjunktur auf einen Kurs von nur noch 1,11 US-Dollar – den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Anleger aus der Eurozone mit einem Exposure zum US-Dollar hätten von dieser Entwicklung sogar profitieren können – durch Währungsgewinne bei den entsprechenden Positionen. Sollte es in der Zukunft zu einer tieferen Krise der Eurozone kommen, könnte eine ähnliche Entwicklung theoretisch noch stärker ausfallen.

Insgesamt sehen wir Währungen außerhalb des Euros durchaus als Schutz gegen eine mögliche Wiederkehr der Eurokrise an. Im Zuge unseres Risikomanagements behalten wir daher Exposures zum US-Dollar, zum Schweizer Franken und zum Yen in einem Portfolio bei, denn Fremdwährungen werten Portfolios strukturell auf.

Darüber hinaus haben Hochzinswährungen, insbesondere Schwellenländerwährungen, Anlegern bislang attraktive risikoadjustierte Renditen beschert. Daran lässt sich ablesen, dass sich die Rolle von Fremdwährungen nicht im Risikomanagement erschöpft. Wir nutzen das Exposure zu Emerging-Markets-Währungen im Portfolio dazu, die hohen Zinssätze, die wir in diesen Märkten erhalten, in Euro zu transferieren.

 

Über den Autor:
Martin Dietz ist Fondsmanager und Head of Diversified Strategies bei Legal & General Investment Management (LGIM).