Michael Thaler

Michael Thaler

Michael Thaler zum Dax-Rekord

„Für die 11.000-Punkte-Marke wird Geduld gefragt sein“

Michael Thaler ist Portfoliomanager bei Top Vermögen in Starnberg

DAS INVESTMENT.com: Ist die derzeitige Dax-Bewertung gerechtfertigt?

Michael Thaler: In der Breite ja. Einige Aktien wie Twitter oder Amazon sind viel zu teuer, dafür haben einige Nischen, wie zum Beispiel ausgewählte Banken noch Luft.

DAS INVESTMENT.com: Value-at-Risk beim Dax: Einen Rückschlag unter welche Kursmarke würden Sie in den kommenden fünf Jahren mit einer 97,5-prozentigen Wahrscheinlichkeit ausschließen?

Thaler: Eine Volatilität von 16 Prozent im DAX impliziert bei vereinfachten Annahmen keine Unterschreitung auf Jahressicht von 8.400 Punkten mit 67 Prozent Wahrscheinlichkeit; beziehungsweise mit 95 Prozent keine Unterschreitung von 6.800 Punkten. Leider zeigt die Historie, dass extreme Ergebnisse nicht auszuschließen sind und die Glockenkurve nur schnödes Wunschdenken ist. Auch auf fünf Jahre sieht die Sache kaum besser aus.

DAS INVESTMENT.com: Wann kommt der nächste Meilenstein, also die 11.000-Marke?

Thaler: Die nächsten Zahlen für das 2. Quartal werden in Europa und USA eine Herausforderung. Daher wird etwas Geduld gefragt sein.

DAS INVESTMENT.com: Von 1.000 auf 10.000: Der Dax brauchte rund 26 Jahre, um sich zu verzehnfachen. Können Sie sich am Jahresende 2040, also in weiteren 26 Jahren, einen Dax-Stand von 100.000 Punkten vorstellen?

Thaler: Die Gewinnmargen der Unternehmen gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sind recht hoch. Auch ist die Steuerquote befindet sich historisch auf einem niedrigen Niveau. Sollten Länder wie Indien, Indonesien, der Iran oder Nigeria dem chinesischen Beispiel folgen, dann stehen die Chancen gut.

DAS INVESTMENT.com: Mit welchem Getränk und zu welchem Lied würden Sie auf den Dax-Hochstand anstoßen?

Thaler: Gar nicht, ich mache business as usual.

DAS INVESTMENT.com:
Was war Ihr erstes Erlebnis mit dem Dax?

Thaler:
Ich habe keine Erinnerung daran. Das impliziert gegebenenfalls, dass es eine schlechte Begegnung gewesen sein könnte.

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